Brauchen wir eine neue Physik? Forscher könnten die Größe des Universums falsch eingeschätzt haben

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Wie groß ist eigentlich das Universum? Kann man es überhaupt ausmessen? Ein Forscherteam, darunter der Kosmologe Lloyd Knox von der University of California, geht dieser Frage derzeit genauer auf den Grund. Genau genommen gibt bereits Methoden, um die Größe des Universums zu bestimmen, nämlich die sogenannte Hubble-Konstante, die die Geschwindigkeit bestimmen soll, mit der sich unser Kosmos ausdehnt. Seine Größe ist also eigentlich gar nicht konstant, sondern ändert sich laut dieser Theorie kontinuierlich.

Alles nur Lug und Trug?

Erst kürzlich geriet die bisherige Theorie der Wissenschaftler gewaltig ins Wanken, denn die unterschiedlichen Berechnungswege der Hubble-Konstante lieferten unabhängig voneinander verschiedene Ergebnisse, so berichtet das internationale wissenschaftliche Magazin „Scientific American“.

Entspricht die Theorie der Wissenschaftler der Wahrheit, müssten die verschiedenen Varianten zur Bestimmung der Konstanten — einerseits anhand von Schallwellen und andererseits auf Basis des kosmischen Lichtes — trotz allem zum gleichen Endergebnis führen. Die Abweichung kann an zwei Gründen liegen: entweder handelt es sich um eine (möglicherweise wissentlich) falsch aufgestellte These oder aber — so vermutet Knox schon eher — werde eigentlich eine neue Physik für die Größenbestimmung unseres Kosmos benötigt, da unser aktuelles physikalisches Verständnis nicht dafür ausreiche.

Der Klanghorizont soll Abhilfe verschaffen

Nach dem Urknall brachten die erzeugten Schallwellen das Universum laut „Scientific American“ regelrecht zum klingeln — wie eine Glocke. Nachdem schließlich die Materie abgekühlt war, wurden die Schallwellen abgedämpft und das Klingeln stoppte. Übrig blieb nur noch ein eingefrorenes Wellenmuster im kosmischen Mikrowellenhintergrund, wovon der Klanghorizont die letzten Schallwellen dieses Muster abbildet.

Genau mit diesen letzten Wellen, dem Schall- oder Klanghorizont, beschäftigt sich Knox derzeit mit seinem Forscherteam im Rahmen einer Studie, die in der US-amerikanischen Fachzeitschrift „The Astrophysical Journal“ erscheinen soll. Sie stützen sich laut „Scientific American“ ausgerechnet auf diese Methode, da sich Behauptungen zufolge genaue Eigenschaften sowie auch die Zusammensetzung des Universums anhand des abgebildeten Schallwellenhintergrundes ableiten lassen.

Ein neues physikalisches Verständnis

Die Messungen und Berechnungen könnten laut Knox trotz der unterschiedlichen Ergebnisse richtig, jedoch nur falsch interpretiert worden sein. Deshalb arbeitet das Forscherteam aktuell daran, ein neues physikalisches Verständnis und auch eine neue Interpretation zu entwickeln, die möglicherweise dazu führen könnte, dass schließlich alle Hubble-Konstanten miteinander übereinstimmen.

Knox und das restliche Team sehen die Situation außerdem nicht als Versuch die betrügerisch wirkenden Ergebnisse gerade zu biegen, sondern eher als Chance ein noch verborgenes Geheimnis im Hinblick auf unser Universum zu lüften.

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Source:: Business Insider.de

      

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