Burnout hat nichts mit Überanstrengung zu tun — sondern mit einem ganz anderen Faktor

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Mehr und mehr Menschen sind erdmüdet von ihrer Arbeit.

Wir haben die General Social Survey 2016 analysiert und fanden heraus, dass die Menschen heute doppelt so oft angeben, dass sie überanstrengt sind wie noch vor 20 Jahren.

Und mehr als 50 Prozent gaben an, dass das vor allem wegen der Arbeit der Fall ist. Das sind alarmierende Zahlen.

Aber was besonders schockierend daran ist: Die Statistiken zeigen, dass es einen Zusammenhang zwischen Einsamkeit und Überanstrengung gibt. Je mehr sich die Menschen überarbeiten, desto einsamer fühlen sie sich — und umgekehrt.

Einsamkeit treibt Leute ins Burnout

Diese Einsamkeit ist nicht bloß das Ergebnis von sozialer Isolation, wie man glauben würde. Diese Einsamkeit entsteht eher durch die emotionale Erschöpfung, durch das Burnout. Als wir für das Buch „The Happiness Track“ recherchierten, fanden wir heraus, dass 50 Prozent der Menschen — egal, wo sie arbeiten, vom Non-Profit-Sektor bis zum medizinischen Bereich — sich ausgebrannt fühlen. Burnout ist kein Problem der übergestressten Manager (obwohl die hohen Zahlen zu Einsamkeit und Burnout in dieser Gruppe für sich sprechen). Unsere Untersuchungen zeigen, dass das Problem quer durch alle Branchen und alle Hierarchien besteht.

Einsamkeit, egal ob sie aus sozialer Isolation oder Überanstrengung entsteht, hat schlimme Folgen für die Betroffenen. John Cacioppo, der als führender Experte auf dem Forschungsgebiet Einsamkeit gilt und das Buch „Loneliness: Human Nature and the Need for Social Connection“ mitverfasst hat, spricht von verheerenden Auswirkungen auf die psychologische und physische Gesundheit und die Lebenserwartung.

Studien von Sarah Pressman von der University of California, Irvine, haben ergeben, dass Übergewicht die Lebenserwartung in 20 Prozent der Fälle verkürzt, Alkohol in 30 Prozent, Rauchen in 50 Prozent und Einsamkeit sogar in 70 Prozent der Fälle.

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Eine Studie legt sogar nahe, dass die Chancen auf einen Herzinfarkt oder eine Herzerkrankung — die Todesursache Nummer 1 in Industrieländern — durch Einsamkeit um 30 Prozent steigen. Umgekehrt kann das Gefühl von emotionaler Geborgenheit unser Immunsystem stärken, das Leben verlängern und Angstzustände und Depressionen massiv verringern.

Jeder, der sie einmal gefühlt hat, wird es bestätiten: Einsamkeit ist eine schmerzhafte Erfahrung. Das Gehirn nimmt sie sogar als physischen Schmerz wahr. Und diese Emotion hat direkte Folgen auf die Produktivität, weil Leute eine Art Gleichgültigkeit entwickeln.

Wie die Smith School of Business at Queen’s University und Gallup aufgezeigt haben, verursacht diese Gleichgültigkeit und soziale Isolation auch hohe Kosten für die Firmen: diese Menschen melden sich 37 Prozent öfter krank, haben 49 Prozent mehr Unfälle, arbeiten 16 Prozent weniger profitabel und verursachen einen 65 Prozent niedrigeren Aktienkurs über die Jahre.

In der Zwischenzeit versuchen Experten und Firmen auch, der wachsenden Anzahl an Burnout-Fällen entgegen zu wirken. Die meisten empfehlen, Stress zu vermindern, Nachhaltigkeit einzufordern und die Arbeitslast zu verringern — womit man Burnout als individuellen Zustand behandelt. Aber die Verbindung zu Einsamkeit legt nahe, dass soziale Bindungen in und außerhalb der Arbeit wahrscheinlich der Schlüssel wären, um das Problem zu lösen.

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Source:: Business Insider.de

      

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