„Chancenkonto“ und „mehr Vorbilder“: 8 Vorschläge, wie Deutschland Gründerinnen fördern kann

Aktuelle
Gründerinnen Köpfe

Die neuen Zahlen des Startup-Monitors 2019 zeigen: Die Gründerinnen-Quote in Deutschland kommt seit zehn Jahren kaum vom Fleck und wächst kaum merklich. Nur 15,7 Prozent aller Gründer sind derzeit Frauen.

Im internationalen Vergleich hinkt Deutschland damit deutlich hinterher.

Business Insider hat acht Persönlichkeiten aus Wirtschaft und Politik gefragt, was sich ihrer Meinung nach ändern muss, damit in Deutschland mehr Frauen zu Gründerinnen werden.

Das sind ihre Antworten: Dorothee Bär, CSU-Politikerin und Staatsministerin für Digitalisierung

„Mehr weibliches Unternehmertun heißt, dass Frauen an den wichtigen Wandlungsprozessen der Digitalisierung teilnehmen. Der Berufswunsch Unternehmerin ist für junge Mädchen nicht selbstverständlich.

Gründergeist, Inspiration und Risikobereitschaft von Frauen muss schon in der Grundschule angelegt werden, zum Beispiel durch ein Fach wie Digitalkunde.

Auch ist der ständige Austausch zwischen Gründerinnen wichtig, um ein Netzwerk zu etablieren und um Frauen durch Vorbilder zur beruflichen Selbstständigkeit zu ermutigen.“

Lea-Sophie Cramer, Gründerin von Amorelie

„Weiblichen Gründungsteams mangelt es oft an drei Erfolgsfaktoren: Geld, Netzwerk und Vereinbarkeit. Hier müssen wir ansetzen:

1. Geld: Frauen werden in Finanzierungsrunden oft andere Fragen gestellt als Männern. Gründerinnen werden gefragt: „Wie verhindert ihr Scheitern?“ Dagegen lautet die Frage für Männer „Wie wollt ihr wachsen?“. Investoren müssen sich ihren unbewussten Vorurteilen, ihrem „unconscious bias“, bewusst sein und etwas dagegen tun. Mehr Partnerinnen einstellen wäre ein erster Schritt.

2. Netzwerk: Als Investorin kriege ich selbst häufig Pitchdecks (Anm. D. Red.: Präsentation des Geschäftsmodells) von Frauen gezeigt. Die sind oft einfach noch nicht so gut, wie die der männlichen Kollegen. Das liegt auch daran, dass Frauen weniger Zugang zu bereits erfolgreichen Gründern haben, die mal hätten drüber gucken können. GründerInnen sollten sich deshalb noch mehr engagieren, ihr Wissen an die nächste Generation weiterzugeben — insbesondere an Frauen! Und Frauen dürfen Netzwerken nicht mehr als unsympathische Klüngelei, sondern als wichtiges Business-Tool begreifen und für sich nutzen.

3. Vereinbarkeit: Frauen haben immer noch weniger Arbeitszeit zur Verfügung, weil sie nach wie vor den Großteil der Kinderbetreuung und Hausarbeit übernehmen. Es ist die Privatsache von Paaren, dass das gerechter aufgeteilt wird. Die Politik muss aber ihren Job machen, um die Vereinbarkeit zu verbessern: endlich ausreichend Kitaplätze schaffen und die Elterngeldregelungen so anpassen, dass sich Teilzeit arbeiten oder Gründen in der Elternzeit auch finanziell lohnt.“

Carsten Maschmeyer, Finanzunternehmer

„Die Gründerwelt braucht mehr sichtbare weibliche Vorbilder. Die Geschichten erfolgreicher Frauen müssen noch öfter und breiter erzählt werden — von den Medien, von der eigenen Firma und von ihnen selbst. Schluss mit der Bescheidenheit, raus mit der Erfolgsstory! Wer sonst soll gründungsinteressierte, aber zögernde Frauen glaubhaft motivieren, diesen mutigen Schritt zu gehen?

Und zuletzt, seien wir ehrlich: Unser aller Bild vom Vorstand, Manager, Direktor ist noch zu oft männlich geprägt. Das beginnt schon früh in der Kindheit. Deshalb wünsche ich mir einerseits, dass in den Kinderbüchern neben den klassischen Berufen auch noch andere vorkommen. Also nicht nur Lokomotivführer und Feuerwehrmann, sondern auch Unternehmer und Gründer. Und dass dabei Frauen andererseits noch viel häufiger eine prominente Rolle spielen.“

Den Rest der Story gibt es auf Business Insider Deutschland …read more

Source:: Business Insider.de

      

(Visited 4 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.