Der Kampf um 5G: Wie sich Deutschland zum Schauplatz eines digitalen Kalten Krieges mit China entwickelt

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Die US-Regierung geht derzeit massiv gegen den chinesischen Smartphonehersteller und Telekommunikationsausrüster Huawei vor. Am Dienstag hat die kanadische Regierung die Finanzchefin von Huawei Meng Wanzhou festgenommen, es droht eine Auslieferung an die USA. Einen offiziellen Grund hat die Regierung bislang nicht genannt, Informationen der Presseagentur Reutes zufolge geht es um die Verletzung von US-Sanktionen, mehr ist noch nicht bekannt.

Die Verhaftung ereignet sich vor dem Hintergrund einer zunehmenden Mobilmachung der US-Regierung gegen das chinesische Unternehmen. So hat die Trump-Regierung Mobilfunknetzbetreibern in den USA bereits vor Monaten verboten, Huawei-Technik beim Ausbau der Netze zum kommenden Mobilfunkstandard 5G zu nutzen. Regierungsmitarbeiter und Unternehmen, die mit der US-Regierung kooperieren, dürfen keine Geräte des Herstellers verwenden. Der Grund: Die Regierung verdächtigt das Unternehmen, die USA im Auftrag der chinesischen Regierung auszuspionieren.

Auch verschiedene befreundete Staaten, darunter Deutschland, Italien und Japan, hat die US-Regierung nun inoffiziell dazu aufgerufen, auf Netztechnologie von Marktführer Huawei zu verzichten. Das berichtet die US-Wirtschaftszeitung „Wall Street Journal“ unter Berufung auf Regierungsmitglieder der betroffenen Staaten. Australien und Neuseeland sind den Forderungen bereits nachgekommen, die deutsche Regierung hat bislang keine Stellung zu dem Fall genommen.

Der größte Telko-Anbieter Großbritanniens BT verzichtet in Zukunft auf Huawei-Produkte

Der größte britische Telekommunikationsanbieter BT kündigte am Mittwoch an, die Ausrüstung des chinesischen Konzerns von den bereits existierenden 3G- wie auch 4G-Netzen zu entfernen und bei dem neuen Mobilfunkstandard 5G nahezu komplett auf Huawei zu verzichten. Die britische Regierung will die Vorwürfe der US-Regierung aber noch prüfen. Was steckt hinter den Anschuldigungen und wie hängen sie mit der neuen 5G-Technologie zusammen?

5G ist der Nachfolger des aktuellen Mobilfunkstandards 4G, auch bekannt als LTE, der in Deutschland immer noch nicht überall verfügbar ist. Er erlaubt es, große Datenmengen enorm schnell zu übertragen. Bis zu zehn Gigabit pro Sekunde können damit von einem Gerät zum anderen fließen — das ist rund 30 Mal schneller als die schnellsten heutigen LTE-Verbindungen. Die Latenzzeit, also die Zeit, bis die Datenpakete vom Sender zum Empfänger gelangen, beträgt dabei zwischen fünf und einer Millisekunde, ist also kaum wahrnehmbar.

Die Netzabdeckung bei 5G steigt drastisch, unabhängig vom Standort sollen mindestens 50 Megabit pro Sekunde verfügbar sein. Zudem soll die Technologie den Energieverbrauch senken, bis zu 90 Prozent weniger Strom je Mobildienst soll der neue Standard ermöglichen.

5G ist essentiell für autonome Autos und Industrie 4.0

5G ist vor allem für die Wirtschaft und Industrie wichtig, weil dortige Anwendungen zunehmend Datenübertragung in Echtzeit benötigen. Selbstfahrende Autos etwa, sind ohne ein 5G-Netz nicht denkbar, weil sie etwa für die Kommunikation mit anderen autonomen Fahrzeugen ständig mit dem Internet verbunden sein müssen. Bei der Vernetzung von Fabriken — auch bekannt als Industrie 4.0 — ist die Technologie ebenfalls unverzichtbar, weil Fertigungsmaschinen, Fließbänder und Lagerräume ständig in Echtzeit miteinander kommunizieren müssen.

Für Verbraucher ist der neue Funkstandart etwa bei Zug- oder Autofahrten interessant, wo 5G eine störungsfreie Datenverbindung ermöglicht. Auch wenn sich Tausende Nutzer auf engem Raum versammeln, wie etwa bei einem Konzert, ermöglicht …read more

Source:: Business Insider.de

      

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