Der Staat fördert Gründerinnen — wie viele genau, weiß man im Wirtschaftsministerium jedoch nicht

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Auch die KfW fördert Gründerinnen. Genaue Zahlen hat man allerdings nicht.

Thomas Jarzombek hört in seiner Freizeit gerne Podcasts oder schaut die US-Sendung 30rock mit Alec Baldwin und Tina Fey. Wenn er einmal wirklich viel Zeit hat, nimmt sich Jarzombek die Filme von Robert de Niro vor, die mag er nämlich besonders gerne. Das hört sich zwar an wie die Freizeitbeschäftigung von einem Endzwanziger aus der Kreativbranche, in Wahrheit ist es aber die Vorliebe eines konservativen Bundestagsabgeordneten aus Düsseldorf.

Jarzombek ist der Beauftragte der Bundesregierung für digitale Wirtschaft und Startups. Für diese Funktion bringt er nicht nur seine privaten Vorlieben mit, die gut zu der Szene passen, sondern hat auch beruflich in dem Feld Erfahrung gesammelt. Er war nämlich einmal Gründer einer IT-Firma im Raum Düsseldorf, die mit den Jahren allmählich gewachsen ist. Auf seiner Homepage schreibt er: „Selbst Arbeitsplätze schaffen — das ist etwas ganz anderes, als darüber zu reden“.

In Deutschland ist die Quote der Gründerinnen immer noch niedrig

Der CDUler hat mit seiner Aufgabe alle Hände voll zu tun, denn gerade im Bereich der Startups läuft es in Deutschland nicht annährend so gut wie es sollte. Die Diskrepanz ist in einem Bereich besonders groß: bei den weiblichen Gründern. Die Quote der Gründerinnen in Deutschland ist zwar im Vergleich zum Vorjahr leicht gestiegen, verweilt laut dem neuen Startup-Monitor 2019 aber immer noch auf einem sehr niedrigen Niveau von 15,7 Prozent.

Die Boston Consulting Group publizierte dieses Jahr ebenfalls alarmierende Zahlen: Nur vier Prozent der Startups sind von Frauen geführt, zehn Prozent von gemischten Teams. Die Zahlen sollten den Verantwortlichen in der Regierung zu denken geben, denn offensichtlich gibt es hier eine enorme Menge an ungenutztem Potential. Wie will die Regierung diesem Problem begegnen und die Quote der Gründerinnen steigern?

„An den Schulen sollte es das Fach Entepreneurship geben. Den Kindern muss erklärt werden: Wie gründe ich eigentlich eine Firma? Es ist am Ende keine Raketenwissenschaft. Wenn das deutlich wird, trauen sich das mehr Mädchen und Jungs später zu“, sagt Jarzombek.

„Dabei müssen wir auch bestimmte Rollenbilder aufbrechen. Bisher ist es so, dass sich Jungs eher ins Risiko trauen als Mädchen, die sehr genau hinterfragen, was sie wirklich können und verantwortungsvoller planen. Das führt dazu, dass sich vor allem Männer nach der Schule oder dem Studium für eine Gründung entscheiden. Davon, das Gründen praxisnah in der Schule zu vermitteln, würde daher vor allem Mädchen profitieren,“ fügt der Startup-Beauftragte an.

„Das Problem ist bei Frauen bisher aber vor allem das Wollen“

Die Idee, einmal selber Gründen zu wollen, ist das eine. Wie sieht es aber aus, wenn der Entschluss einmal gefasst ist? Von öffentlicher Seite gibt es vielfache Förderprogramme, die Bundesländer bieten auch viel an, die KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau), auch der Bund und Wirtschaftsministerium tun das, sagt Jarzombek. „Jeder Gründer und jede Gründerin die wollen, ein gutes Team und Konzept haben, werden gefördert. Das Problem ist bei Frauen bisher aber vor allem das Wollen“, fügt der Bundestagsabgeordnete.

Es gibt aber auch ein anderes Problem: Das Wirtschaftsministerium weiß überhaupt nicht, wie viele Frauen es mit seinen Programmen fördert. Die Zahlen dazu werden schlicht nicht erhoben, erfuhr der Business Insider …read more

Source:: Business Insider.de

      

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