Deutschland besteht eigentlich aus fünf völlig unterschiedlichen Nationen

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Von einem geteilten Deutschland spricht heute niemand mehr. (Mal abgesehen von einzelnen Baut-die-Mauer-wieder-auf-Rufen.) Deutschland ist eine Einheit und das ist gut so.

Es gibt aber Grenzen, die unsichtbar sind. Der Autor Colin Woodward hat in den USA elf unterschiedliche Kulturen identifiziert, die das Land teilen. Er bezeichnet sie sogar als eigene „Nationen“. Basierend auf dieser Idee haben wir uns gefragt: Welche „Staaten“ gibt es in Deutschland?

Wenn eine Grenze durch die Bundesrepublik verlaufen würde, dann nicht zwischen West und Ost. Denn eigentlich besteht Deutschland aus fünf zentralen Regionen, die jeweils eigene Länder sein könnten.

Ihre kulturellen, wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Unterschiede sind tiefgreifend. Das hat geschichtliche Hintergründe. Natürlich trägt auch die Mentalität der Einwohner dazu bei.

(Die Stadtstaaten Berlin und Hamburg sind besondere Fälle)

Region Orange: Baden-Württemberg, Hessen, Bayern

Die Menschen aus dieser Region sind erfolgsverwöhnt, strebsam und auch ein bisschen eingebildet. Im Süden brummt schließlich der Motor, der Deutschland antreibt. In vielen Städten und Landkreisen herrscht nahezu Vollbeschäftigung. Mehr als die Hälfte aller Forschungsausgaben investieren Unternehmen in Baden-Württemberg und Bayern.

Außerdem wird nirgendwo soviel Wert auf Regeln und Sicherheit gelegt. „Bürgerkriegsähnliche Zustände und Gewaltausbrüche wie Ende letzten Jahres bei den schweren Ausschreitungen um das linke Kulturzentrum ,Rote Flora‘ in Hamburg tolerieren wir auf keinen Fall“, sagte der bayerische Innenminister Joachim Herrmann und stellte in den vergangenen Jahren 2.500 zusätzliche Polizisten ein.

Der Erfolg und Ehrgeiz der Einwohner ist geschichtlich gewachsen. Im Südwesten gab es früher viele Kleinbauern. Das Eigentum verteilte sich also auf mehrere Menschen statt auf einige wenige. Laut der Bundeszentrale für politische Bildung nutzen sie die Chancen, die sich durch die Industrialisierung boten.

Im Süden wurden früh Gewerbe gegründet. Es gab Arbeit und Möglichkeiten. Die Menschen entwickelten einen Geschäftssinn.

Bayern entwickelte sich langsamer, weil es dort weniger natürliche Rohstoffe und wenige Fabriken gab. Doch mit dem Ende der Sowjetunion lag es plötzlich im Herzen Europas und gewann an wirtschaftlicher Bedeutung.

Region Blau: Schleswig-Holstein, Niedersachsen

Im Norden leben einer Studie zufolge die glücklichsten Menschen. An der wirtschaftlichen Situation kann das nicht liegen, denn Schleswig-Holstein und Niedersachen gehören zu den eher armen Bundesländern. Forscher erklären sich diesen Widerspruch mit der norddeutschen Mentalität.

Die Menschen brauchen hier nicht viel zum Glücklichsein. Vermutlich haben sie diese Gemütsruhe den Skandinaviern zu verdanken, die trotz großen Wohlstands einen minimalistischen Lebensstil pflegen. Offenbar kommt ihre Einstellung auch im Rest Deutschlands gut an: Norddeutsch ist bundesweit der beliebteste Dialekt.

Dass der Norden wirtschaftlich so schwach ist, hat geschichtliche Gründe: Früher lebten hier viele Gutsherren und Großbauern. Das Gefälle zwischen den Ständen war also groß. Die kleinen Leute waren von der oberen Schicht abhängig und fanden sich mit ihrem Schicksal ab. Heute gibt es im Norden deshalb wenig Industrie und Gewerbe. Viele Menschen wandern in den Süden ab.

Region Grün: Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg, Sachsen-Anhalt

Der Nordosten gehört zu den landschaftlich schönsten Regionen Deutschlands. Hier machen viele Deutsche Urlaub im eigenen Land. Die Architektur der Seebäder ist beeindruckend. Die Hansestädte zeugen noch heute vom einstigen Wohlstand durch den Seehandel.

Gleichzeitig wohnen in dieser Region die Hoffnunglosen: Junge, arbeitslose Männer mit schlechter Bildung. Sie …read more

Source:: Business Insider.de

      

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