Die Bühne des Terrors: Der Christchurch-Anschlag im Facebook-Live:

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Es sind Bilder wie aus einem Computerspiel: Zu sehen ist der Lauf eines Maschinengewehrs, gehalten von zwei Händen, gefilmt von einer Helmkamera. Der Zuschauer geht mit demjenigen, der Augenblicke später zum Massenmörder werden wird, auf den Eingang einer Moschee zu. Sieht, wie der Täter beginnt, auf die Betenden zu schiessen.

Minutenlang.

Der Schütze tauscht das Magazin des Gewehrs mehrmals aus. Durchsucht mehrere Räume, um noch mehr Opfer zu finden.

Mindestens , auf Youtube werden täglich Videos in einer Gesamtlänge von über 82 Jahren hochgeladen, auf Twitter erscheinen pro Sekunde 6000 neue Tweets.

Täglich, stündlich, minütlich, sekündlich werden die sozialen Medien mit Unmengen an neuen Inhalten geflutet. Dieser Masse werden auch die Heerscharen an Kontrolleuren nicht Herr, die die großen Plattformen inzwischen beschäftigen.

Youtube-Betreiber Google versprach erst 2017 und nach massiver Kritik 10.000 Kontrolleure einzustellen, um extremistische Videos von der Plattform zu löschen.

Zwar beschäftigt auch Facebook allein in den USA knapp 15.000 Kontrolleure für die Inhalte auf der Webseite. Aber diese sind verantwortlich für die Posts von fast 170 Millionen Nutzern.

Eine Recherche des Online-Magazins “The Verge” deckte zudem unlängst auf, wie miserabel die Facebook-Kontrolleure in den USA bezahlt werden und das ihre Arbeit sie psychisch extrem belastet und verstört. Ähnliches berichtete 2016 das “SZ-Magazin” über die 600 Kontrolleure, die in Deutschland die Posts von nahezu 28 Millionen Nutzern überprüfen sollten.

Wo es unterbezahlte und bis zur Krankheit gestresste Arbeiter nicht richten, verwenden die sozialen Medien Algorithmen, um die Inhalte auf ihren Seiten zu kontrollieren. Diese sollen Copyright-Verstöße, pornographische Inhalte oder Darstellungen brutaler Gewalt ausfindig machen und löschen.

So wurde wahrscheinlich auch das Video von Christchurch von den Plattformen mit sogenannten Hashwerten versehen, um automatisch erkannt und gesperrt zu werden.

Doch die Algorithmen machen Fehler. Sie sperren Videos für Urheberrechtsverletzungen, die keine sind. Sie definieren Bilder als pornographisch, die keine sind. Und sie lassen es offensichtlich zu, dass Bilder und Videos eines Amoklaufs wie jenem in Christchurch über Stunden millionenfach verbreitet werden.

Das ist umso verwunderlicher, als dass exzessive Gewaltdarstellungen in den sozialen Netzwerken nicht neu sind.

Hass und Gewalt – ein Problem, das die sozialen Medien bis heute ignorieren

Die Timelines der Plattformen sind seit Jahren voller blutiger Videos, Vergewaltigungen, Prügel-Attacken und Morde. 2017 berichtete die Nachrichtenseite “Buzzfeed News”, dass seit dem Start der Live-Funktion bei Facebook im Jahr 2015 bereits 45 Morde, Vergewaltigungen Schießereien, Folterszenen oder Suizide in Echtzeit durch diese gestreamt wurden.

► Als erster “Mord in den sozialen Medien” gilt der Fall des US-Amerikaners Vester Lee Flanagan. Im August 2015 erschoss der frühere TV-Journalist in der Stadt Roanoke im US-Bundesstaat Virginia zwei Reporter, die gerade in einer Live-Übertragung eines lokalen TV-Senders zu sehen waren. Ihre Interviewpartnerin wurde verletzt.

Zwar unterbrach der Fernsehsender sofort die Übertragung. Aber Flanagan veröffentlichte ein selbst aufgenommenes, 56 Sekunden langes Video der Tat auf Facebook. Die Aufnahmen wurden millionenfach angesehen, auch wenn Facebook die Seite des Täters sperrte und das Video löschte.

Auch die Fernsehaufnahmen der Tat verbreiteten sich rasant auf Facebook …read more

Source:: The Huffington Post – Germany

      

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