dm-Chef über den Konkurrenzkampf mit Rossmann: „Es ist nicht möglich, zu gewinnen“

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dm-Geschäftsführer Christoph Werner

Der Inbegriff von Wirtschaft ist ein gesunder Wettbewerb. In dieser Hinsicht pulsiert der deutsche Drogeriemarkt. Unternehmen wie dm und Rossmann kämpfen energischer denn je um die Zuneigung von Kunden. Und seit neuestem mischt in diesem Konkurrenzkampf auch noch ein ambitionierter Widersacher namens Amazon mit. Der Leitsatz „Konkurrenz belebt das Geschäft“ wird in dieser Branche bis aufs Äußerste zugespitzt.

Im Interview mit Business Insider erklärt Christoph Werner, Vorsitzender der Geschäftsfühung und Sohn des Firmengründers Götz Werner, welche Folgen sich daraus für den Wettbewerb ergeben. Und erklärt, warum Gewinnen nicht immer das oberste Ziel von Unternehmen sein darf.

Ein Gespräch über Hamsterkäufe, verschlafene Innovationen und die Kunst, die eigenen Mitarbeiter zu motivieren.

Business Insider: Herr Werner, wann waren Sie zuletzt bei Rossmann einkaufen?

Christoph Werner: „Lassen Sie mich überlegen. Vor einem Dreiviertel Jahr vielleicht. Ich habe einen Zirkel gekauft. Schreibwaren führen wir ja nicht bei dm. Ich habe natürlich einen Zehn-Prozent-Coupon dafür eingesetzt. Aber ich bin selbstverständlich häufiger bei Rossmann.“

BI: Ach ja?

Werner: „Natürlich. Bei jeder Gelegenheit. Wann immer ich an einem Rossmann vorbei komme, spaziere ich da rein und schaue mir alles an.“

BI: Bislang stand der Vorwurf im Raum, dm schicke seine Mitarbeiter zu Rossmann, um dort Waren für Ihr Unternehmen einzukaufen, die günstiger sind, als wenn sie aus dem Lagerbestand beschafft würden. Erteilen Sie solche Anweisungen?

Werner: „Das tun wir natürlich nicht. Der Grundsatz bei dm ist, dass wir unsere Filialleiter in die Lage versetzen wollen, ihr Geschäft erfolgreich zu führen. In diesem Zuge haben wir den Kolleginnen und Kollegen in den dm-Märkten transparent gemacht, welche Preise von Mitbewerbern zu welcher Zeit erhoben wurden. Und da gab es eine Phase, in der unsere Mitbewerber Angebotspreise ausgezeichnet haben, die deutlich unter unseren Einstandspreisen lagen. Das haben wir den Verantwortlichen mitgeteilt. Aber es gab keine Anweisung, dass gewisse Mengen aufgekauft werden sollten.“

BI: Kann es nicht sein, dass dm mit dieser Masche einem Konkurrenten schaden will?

Werner: „Das müssten Sie mir erklären, wie das funktionieren soll. Es ist ja bekannt, dass man in Deutschland nicht unter Einstandspreis verkaufen darf. Da müsste es doch eigentlich jeden Einzelhändler erfreuen, wenn seine Ware verkauft wird. Insofern kann ich den Vorwurf nicht verstehen, dass es ein Nachteil sein soll, wenn Kunden kommen und einkaufen. Wir bei dm freuen uns über jeden, der kommt — solange er die Regale nicht leerkauft und dafür sorgt, dass andere Kunden nichts mehr vorfinden.“

BI: Genau das hat Rossmann den Mitarbeitern von dm aber vorgeworfen…

Werner: „Das hat aber nicht gestimmt. Das wäre ja Wettbewerbsbehinderung und damit gesetzeswidrig. Wir haben das auch ganz klar an unsere Mitarbeiter kommuniziert: Wenn von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht wird, dann darf auf keinen Fall das Regal leergekauft werden.“

BI: dm ist Marktführer im Drogeriehandel. Müssen Sie manchmal moralische Grenzen überschreiten, um diese Position zu verteidigen?

Werner: „Nein, das glaube ich nicht. Und ich bin mir nicht bewusst, dies zu tun. Denn das hieße ja, bewusst einem anderem schaden zu wollen.“

BI: So umkämpft wie die Drogeriesparte ist: Führen Sie Wettbewerb eher gegen Konkurrenten oder für die eigene Reputation?

Werner: „Weder noch. …read more

Source:: Business Insider.de

      

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