Eine bedrohte Tierart verbreitet sich in der Sperrzone von Tschernobyl

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Pferde Przewalski Tschernobyl

Die Sperrzone von Tschernobyl gleicht einer Geisterstadt. Bis auf einige wenige Ausnahmen, haben die meisten Menschen die Stadt nach der Nuklearkatastrophe verlassen. Nun scheint sich offenbar ausgerechnet eine bedrohte Tierart besonders wohl dort zu fühlen.

Forscher der University of Georgia haben in der Sperrzone von Tschernobyl Aufnahmen der seltenen und fast ausgestorbenen Przewalski-Pferde gemacht, die auch als Ur-Pferde bezeichnet werden.

Fast ausgestorbene Przewalski-Pferde nutzen verlassene Gebäude

Die Wissenschaftler hatten im Weißrussischen Teil der Zone Kameras mit Bewegungsmeldern angebracht und konnten so mehr als 11.000 Bilder von den wild lebenden Pferden machen, die sich in dem nahezu menschenleeren Gebiet wohlzufühlen scheinen.

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Vor allem in den von den einstigen Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt verlassenen Gebäuden lassen sich die Tiere offenbar gerne nieder – sowohl in Wohnhäusern als auch in Scheunen.

„Unsere Ergebnisse zeigen, dass Przewalski-Pferde routinemäßig verlassene Gebäude in der Zone nutzen“, sagt James Beasley, Mitautor der Studie, die in der Fachzeitschrift „Mammal Research“ veröffentlicht wurde. Die Beobachtungen des Forscherteams ergaben zudem, dass die seltenen Tiere immer wieder die gleichen Orte aufsuchen und die Gebäude für ähnliche Zwecke nutzen, wie ihre menschlichen Vorgänger: Sie schlafen dort, liegen herum und vermehren sich. Im Sommer suchen sie dort außerdem Schutz vor Insekten.

Weitere Studien im ukranischen Teil der Sperrzone geplant

„Infolgedessen können diese Strukturen als wichtige Schwerpunkte für Forschung und Management dienen, um wichtige demografische Informationen wie Alter, Geschlechterverhältnis, Bevölkerungsgröße und genetische Struktur zu erhalten“, erklärt Beasley.

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Die Wissenschaftler der University of Georgia hoffen nun, auch im ukrainischen Teil der Sperrzone Untersuchungen durchzuführen zu können, in dem die Population ursprünglich eingeführt wurde. Zuletzt wurden dort in den 1960er Jahren frei lebende Przewalski-Pferde gesichtet. Künftige Studien könnten zusätzliche Informationen zur Größe der Population in der Sperrzone liefern, deren Gebiet ungefähr so groß wie Luxemburg ist.

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Source:: Business Insider.de

      

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