Fehlende Gewissheiten: Wer stützt welchen CDU-Kandidaten?

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Friedrich Merz, Annegret Kramp-Karrenbauer und Jens Spahn

Seit Wochen kursierten Gerüchte, dass Wolfgang Schäuble als graue Eminenz der CDU gerne Friedrich Merz als neuen Parteichef möchte.

Doch als er es am Dienstag dann offiziell aussprach, war die Aufregung groß. Wirtschaftsminister Peter Altmaier jedenfalls machte einen „Dammbruch“ aus — und der Saarländer stellte sich prompt offiziell hinter die Kandidatin Annegret Kramp-Karrenbauer. Zuvor war das „Outing“ von Spitzenpolitikern im ungewöhnlichen Kandidatenrennen um die Nachfolge von Angela Merkel an der CDU-Spitze eher überschaubar gewesen.

Deshalb ist die Spannung groß, was passieren wird, wenn die 1001 CDU-Delegierten am Freitag in der Hamburger Messehalle ihre „Tischwahlkabinen“ ausklappen werden — eine einfache Pappkonstruktion, die Sichtschutz bei der Wahl gewähren soll. Denn weder Medien, Meinungsforscher, CDU-Landesverbände noch -Organisationen haben bisher einen sicheren Trend ausmachen können. In CDU-Kreisen gilt lediglich als sehr wahrscheinlich, dass der erst 38-jährige Jens Spahn keine Chance auf den Parteivorsitz haben dürfte. Aber das Rennen zwischen dem wirtschaftsliberalen Politik-Wieder-Einsteiger Merz und der langjährigen saarländischen Ministerpräsidentin und amtierenden CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer gilt als völlig offen.

Begrenzte Aussagekraft der Umfragen

Das liegt zum einen daran, dass man die auf lokaler Ebene bestimmten Delegierten schwer einschätzen kann. Umfragen der Meinungsforschungsinstitute können nur die Wahlbevölkerung oder im besten Fall die CDU-Anhänger erfassen. Danach läge Kramp-Karrenbauer deutlich vorne. Aber entscheiden werden die 1001 Delegierten — die möglicherweise ganz andere Präferenzen haben und denen auch egal sein könnte, ob die CDU mit einem bestimmten Kandidaten bessere Chancen hat, Anhänger anderer Parteien wie der Grünen, der SPD, der FDP oder der AfD zu gewinnen. Auch die Versuche einiger Medien wie der „Bild am Sonntag“, ein Meinungsbild der Delegierten zu erstellen, führte nicht sehr weit. Viele wollen sich nicht äußern. Da es um eine geheime Wahl geht, kann ohnehin niemand sagen, wie verlässlich Aussagen sind.

Merz genießt die Unterstützung der Mittelstandsvereinigung (MIT) und des Wirtschaftsflügels der CDU. Mit der Werte-Union steht auch die konservativste Gruppierung in der Partei hinter ihm. Seine Unterstützer waren die lautstärksten bei den Regionalkonferenzen — was allerdings nicht unbedingt etwas über mögliche Mehrheiten aussagt. Bei Umfragen unter CDU-Anhängern tendieren vor allem Männer zu ihm — was auch unter den mehrheitlich männlichen Delegierten auf dem Parteitag so sein könnte. Obwohl die Junge Union keine offizielle Wahlempfehlung ausgesprochen hat, gilt es als wahrscheinlich, dass die Mehrheit der eher konservativen und männlichen Mitglieder für Merz ist. 111 Delegierte sind JU-Mitglieder.

Von den prominenten CDU-Politikern haben sich etwa Schäuble und EU-Kommissar Günther Oettinger für den Mann aus dem Sauerland ausgesprochen. Bei der regionalen Verteilung werden besondere Sympathien für Merz vor allem in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg ausgemacht — den beiden größten Landesverbänden. Beide haben aber wohlweislich keine Wahlempfehlung abgegeben, weil die Mitgliedschaft bei ihrer Präferenz gespalten ist.

Wer steht hinter Kramp-Karrenbauer, wer hinter Spahn?

Die erste CDU-Organisation, die sich sofort hinter Kramp-Karrenbauer gestellt hat, war die Frauen-Union — was weniger überraschend war. Wichtiger wiegt, dass auch die Vorsitzenden zweier weiterer CDU-Organisationen — des Arbeitnehmerflügels und der Kommunalpolitischen Vereinigung KPV — für die Saarländerin sind. Allerdings gilt auch hier: Zwar sind 461 Delegierte auch Mitglied der KPV. Aber wie bei der Jungen Union sagt dies wenig über das Abstimmungsverhalten aus, …read more

Source:: Business Insider.de

      

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