Harmony OS: Huawei bringt ein eigenes Betriebssystem heraus — für ein Gerät, das kein Smartphone ist

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Mit der Veröffentlichung des Smartphone-Betriebssystems Harmony OS (bekannt als Hongmeng OS innerhalb Chinas) geht Huawei einen wichtigen Schritt in Richtung Unabhängigkeit von den Verwicklungen des derzeitigen Handelskrieges zwischen den USA und China.

Einen Tag nach der Vorstellung des Betriebssystems am 9. August stellte die Untermarke des chinesischen Unternehmens, Honor, dann auch gleich das erste Gerät vor, welches Harmony OS beherbergt: den Smart TV „Honor Vision“. Einen Fernseher also, kein Smartphone.

Der Smart TV verfügt über ein 4K-Bildschirm mit einer Bildschirmdiagonale von 55 Zoll (circa 140 Zentimeter). Außerdem hat er eine ausfahrbare Kamera am oberen Bildschirmrand verbaut. So weit, so gut. Doch wirklich spannend wird es im Inneren des Fernsehers, denn Honor verspricht dank des Betriebssystems einige bahnbrechende Neuerungen.

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So soll der Fernseher neben den üblichen „smarten“ Funktionen, wie der Steuerung von Videoplattformen wie Youtube und Netflix – oder, in China, Youku und iQiyi –, beispielsweise Bewegungserkennung dank der Kamera ermöglichen, die dann zur Steuerung von Inhalten verwendet werden kann.

Dank der Möglichkeit, Huawei-Smartphones und Tablets nahtlos miteinander zu verbinden, können beispielsweise mobile Spiele auf dem Smartphone gesteuert und auf dem Fernseher dargestellt werden. Die Latenz soll dabei 50 bis 100 Millisekunden betragen, sollte so für die allermeisten Spiele ausreichen.

Ein wenig überraschend ist der Schritt zwar, das Betriebssystem zuerst auf einem Smart TV vorzustellen, Huawei hatte zuletzt jedoch immer wieder betont, dass Harmony OS gleichermaßen auf Smartphones, Smart TVs, Tablets, Smartwatches und einer Reihe weiterer smarter Geräte funktioniert.

Huawei Harmony OS ist Plattformunabhängig

Mit Harmony OS möchte Huawei nicht nur Googles Android- und Apples iOS-Betriebssystemen Konkurrenz machen und sich aus der Abhängigkeit Googles befreien, sondern eigenen Aussagen zufolge etwas völlig Neues schaffen.

Harmony soll „ein verteiltes Betriebssystem, das eine reibungslose, Plattformübergreifende Erfahrung bietet“ sein, so Huawei-Chef Richard Yu in einer offiziellen Mitteilung. Das Betriebssystem verfügt laut Yu über eine „vertrauenswürdige und sichere Architektur und unterstützt den nahtlosen Übergang von einem aufs andere Gerät“.

Trotz diesen Möglichkeiten der Plattformunabhängigkeit ist Harmony OS zuallererst ein Betriebssystem für Huawei-Smartphones. Die Smartphones des Herstellers sollen nach wie vor hauptsächlich auf Googles Android-Betriebssystem laufen – um laut dem Unternehmen eine Aufspaltung des Ökosystems aus Apps und anderen Diensten zu verhindern.

Falls es jedoch zu einem tatsächlichen Verbot seitens Google kommt, Android auf Huawei-Smartphones zu installieren, haben Huawei-Nutzer mit Harmony OS die Möglichkeit, nahtlos umzusteigen: „Von Android auf Harmony OS umzusteigen ist nicht so schwierig. Eigentlich ist es sogar ganz einfach“, so Yu.

ph

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Source:: Business Insider.de

      

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