„Je länger es dauert, desto teurer“: Die 5G-Auktion scheint endlos — auch, weil Fehler gemacht wurde, sagen Experten

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5G ist die nächste Generation im Mobilfunk. Die Technologie soll für besonders schnelles Internet sorgen. Doch die 5G-Auktion zieht sich bisher seit zwölf Wochen — so lang wie noch nie bei einer Frequenz-Auktion. Und es könnte noch lange so weitergehen. Für die Provider ist die 5G-Auktion ein Wegweiser für ihre Zukunft. Da 5G nicht nur für superschnelles Surfen mit dem Smartphone sorgen soll, sondern auch in der Industrie 4.0, bei der künstlichen Intelligenz, beim autonomen Fahren oder als DSL-Ersatz eine bedeutende große Rolle spielen wird, erwarten die Unternehmen ein Riesengeschäft.

Auch für den Technik-Standort Deutschland ist die Schlüsseltechnologie 5G extrem wichtig. Zudem soll mit dem neuen Mobilfunkstandard auch endlich der lang versprochene Netzausbau erreicht werden, so hofft es der Bund und verknüpfte die 5G-Auktion mit Auflagen an die Provider.

5G-Auktion dauert bereits fast 500 Runden

Auch deswegen zog sich die 5G-Auktion, die bereits am 19. März bei der Bundesnetzagentur in Mainz begann, in die Länge. Mittlerweile ist sie in Runde 487 angelangt, mit einer Gesamtsumme der abgegeben Höchstgebote von mehr als 6,4 Milliarden Euro. Sie endet erst, wenn kein Unternehmen mehr ein Gebot abgibt.

„Die lange Dauer der 5G-Auktion überrascht mich. Ich hätte gedacht, dass sie sich schneller einigen“, sagt Torsten Gerpott, Professor für Unternehmens- und Technologieplanung und Telekommunikationswirtschaft an der Universität Duisburg-Essen, im Gespräch mit Business Insider.

Gerpott sieht als einen Grund hierfür die Zahl von vier Bietern: Die bekannten Netzbetreiber Vodafone, Telefonica sowie die Telekom und der Neuling 1&1 Drillisch. „Die drei etablierten Netzbetreiber haben versucht, 1&1 Drillisch aus der Auktion zu verdrängen“, schätzt der Experte das Verhalten der Bieter ein.

Auch die Tatsache, dass Frequenzen im Bereich 3,7 bis 3,8 Gigahertz für lokale Anwendungen etwa für Industrieunternehmen reserviert wurden, könnte die 5G-Auktion in die Länge gezogen haben. „Das bedeutet in jedem Fall größere Frequenzknappheit für die Netzanbieter — unabhängig davon, wie man die Vorgaben der Bundesnetzagentur bei lokalen Frequenznutzungen bewertet“, so Gerpott.

Unternehmen streiten sich um einen Block im 3,6 Gigahertz-Bereich

Unter den Anbietern ist deswegen der 3,6-Gigahertz-Bereich besonders begehrt. Schon in der zweiten Woche habe sich in der Auktion ein Kompromiss angekündigt, meint Vitali Gretschko, Professor für Marktdesign am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) an der Universität Mannheim, zu Business Insider.

Seitdem gehe es nur noch um einen Block im 3,6 Gigahertz-Bereich von insgesamt 41 Blöcken. „Dieser Block scheint aber einen hohen Wert für die Unternehmen zu haben. Deshalb sind die Preise weiter signifikant gestiegen“, sagt der Experte. „Die Auktion wird erst vorbei sein, wenn der Preis so hoch ist, dass einer der Bieter ihn nicht mehr bezahlen möchte oder kann.“ Die lange Dauer des Verfahrens erkläre sich aber auch damit, dass die Preise nur sehr langsam steigen. Um die Auktion zu beschleunigen, hat die Bundesnetzagentur in der vergangenen Woche das Mindestgebot für eine Überbietung, die sogenannten Mindestinkremente, für den Frequenzbereich deutlich auf 13 Millionen Euro erhöht. Bislang hat die Mindesthöhe in den meisten Blöcken bei etwa 2,6 Millionen Euro gelegen.

Provider beschweren sich über handwerkliche Fehler der 5G-Auktion

Laut eines Berichts des „Handelsblatt“ werfen die …read more

Source:: Business Insider.de

      

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