Milliardäre können gigantische Vermögen anhäufen — weil sie mehr Macht haben, als ihr denkt

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Der Wiener Ökonom Martin Schürz hat sich die Mechanismen zwischen Arm und Reich genauer angesehen.
Reiche haben demnach vielfältige Möglichkeiten auf Politik und Gesellschaft Einfluss zu nehmen und ihr Vermögen abzusichern. Ihr Reichtum wird dadurch kaum in Frage gestellt.
Doch auch ärmere Menschen handeln oft nicht im eigenen Interesse.
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Die Vermögensverteilung in Deutschland ist seit Jahrzehnten sehr ungleich. Die obersten zehn Prozent besitzen mindestens 56 Prozent des Vermögens, zeigt eine aktuelle DIW-Studie. Die ärmere Hälfte der Bevölkerung besitzt dagegen gerade mal 1,3 Prozent. Doch warum ändert sich daran nichts?

Der Wiener Ökonom und Psychoanalytiker Martin Schürz forscht seit zwei Jahrzehnten zur Vermögensverteilung in Europa. Für sein neues Buch „Überreichtum“ hat er sich die Zusammenhänge zwischen Arm und Reich genauer angesehen. „Ich wollte in meinem Buch die vielfältigen Mechanismen, Reichtum abzusichern, aufzeigen“, erklärt er im Gespräch mit Business Insider. Diese Mechanismen können ökonomisch, kulturell, historisch, moralisch oder auch emotional sein — denn Reiche verstehen es, auf Politik und Gesellschaft zu ihren Gunsten Einfluss zu nehmen.

Über Milliardäre und ihr Vermögen ist nur wenig bekannt

Schürz kritisiert die unzureichende Datenlage zur Vermögenslage von reichen Menschen in Deutschland und Österreich. Seitdem die Vermögenssteuer in Deutschland in den 1990er Jahren ausgesetzt wurde, gebe es dazu kaum belastbare Daten mehr. „Die Forbes-Liste ist zwar die beste, die es gibt, aber sie ist nicht wissenschaftlich. Man nimmt sie nur aus der Not“, sagt Schürz im Gespräch mit Business Insider. Es sei aber wichtig zu wissen, was es an Vermögen gibt, wo es ist und wie es zustande gekommen ist. „Man braucht Transparenz, um die Wirkung von wirtschaftspolitischen Maßnahmen beurteilen zu können“, argumentiert der Ökonom.

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Ein Beispiel dafür, dass Transparenz über die Vermögen nicht unbedingt Ungleichheit beseitigt, ist Schweden. Hier kann jeder die Einkommen seiner Nachbarn oder von Stars, wie den Ex-ABBA-Sängern, einsehen. Trotzdem ist die Vermögensungleichheit in dem Land extrem groß. „Das widerlegt, dass es bei der Frage nach Transparenz um Neid geht“, sagt Schürz. Solche Daten seien jedoch die Voraussetzung für eine demokratische Diskussion. Hinzu komme, dass gerade in Deutschland viele Milliardäre die Öffentlichkeit meiden.

Bei einer Milliarde Euro „kollabiert unser Vorstellungsvermögen“

Studien zeigen, dass die meisten Menschen die Vermögensungleichheit und den enormen Reichtum einzelner Menschen unterschätzen. „Ich glaube, es liegt daran, dass noch keine Bilder zu Reichtum existieren“, meint Schürz. „Es gibt Bilder von Luxusgütern wie Yachten, Flugzeuge, Luxusautos oder Villen. Sie sind allerdings nur ein relativ kleiner Teil von Vermögen. Den größeren Teil machen machen Aktienbeteiligungen oder unternehmerisches Vermögen aus.“

Bestimmte Luxusgüter wie ein schönes, großes Haus oder ein Sportwagen liegen zudem für viele Menschen aus dem Mittelstand noch in Reichweite — doch zwischen diesem Wohlstand und dem tatsächlichen Vermögen von „Überreichen“, wie sie Schürz nennt, liegen Welten.

Diese riesigen Summen liegen außerhalb unseres Vorstellungsvermögens. Wie viel eine Million Euro ist, können sich die meisten Menschen noch gut vorstellen — mithilfe ihres Jahresgehalts oder von Immobilienwerten. Doch eine Milliarde oder gar 120 Milliarden …read more

Source:: Business Insider.de

      

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