Regierung schlägt Alarm: Google Übernahme von Fitbit gefährdet Sicherheit eurer Nutzerdaten

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Fitnessband-Pionier Fitbit ist seit Anfang November ein Teil von Google.

Anfang November kaufte Google den Fitnesstracker-Anbieter Fitbit — und mit ihm Gesundheitsdaten von Millionen Menschen.
Die Bundesregierung und Verbraucherschützer befürchten, dass diese Daten bald auch zu kommerziellen Zwecken genutzt werden könnten.
Immerhin: Die Politik hat auf Bundes- und Europaebene reagiert. So einfach kommen Tech-Giganten nicht mehr an Nutzerdaten.
Allerdings haben Nutzer bei Geräten wie Fitbit-Bändern, wo Soft- und Hardware verschmelzen, ein entscheidendes Problem.
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Jens Spahn reichte es. Lange genug hatte der Bundesgesundheitsminister am Donnerstag zuhören müssen, wie die Opposition seinen Gesetzentwurf zerredete, Gesundheits-Apps zur Kassenleistung zu machen. Und wie sie ihm vorwarf, dass sein Vorschlag zur Digitalen Versorgung (DVG) den Datenschutz aufweiche und das in einem der sensibelsten Felder, die es überhaupt gibt: der Gesundheit. (Lest hier mehr zum Gesetz.) Das wollte er so nicht stehen lassen.

„Wenn Google in diesen Tagen [den Fitnessband-Anbieter] Fitbit kauft, dann höre ich von Ihnen nichts, gar nichts!“, entgegnete er seinen Kritikern. „Amerikanische Großkonzerne kaufen nach und nach die Gesundheitsdaten der Bürgerinnen und Bürger. Ich tippe, sogar einige Kolleginnen und Kollegen haben das Armband dazu. Es wird alles schön zusammengeführt: wo Sie suchen, Ihre Mobilitätsdaten, Ihre Gesundheitsdaten. Nichts! Aber wenn wir das staatlich in einem sicheren Rahmen von Datenschutz und Datensicherheit machen — nicht damit Konzerne Profit machen, sondern damit wir für Patientinnen und Patienten Forschung betreiben, damit wir für Patientinnen und Patienten mit der Auswertung der Daten das Leben besser machen können —, skandalisieren Sie.“

Bundesregierung will Übermacht von Google und Co. verringern

Tatsächlich kann Google mit dem Fitbit-Kauf Anfang November auf die gespeicherten Fitness- und Gesundheitsdaten von immerhin 28 Millionen Fitbit-Nutzer zugreifen, wie die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen angab. Zwar versprach Fitbit in einer Mitteilung, die gesammelten Nutzerdaten künftig weder verkaufen noch für Werbung nutzen zu wollen. Doch wer weiß schon, ob sich Fitbit an dieses Versprechen auch hält. Verbraucherschützer haben da ihre Zweifel.

Allerdings gibt es da auch noch die Bundespolitik. Sie hat versucht, mit neuen Gesetzen die scheinbare Übermacht digitaler Konzerne wie Google zu verringern. Demnach gelten Daten, nach einer Gesetztesnovelle von Anfang Oktober, als Anzeichen relativer oder absoluter Marktmacht. Wer besonders viele Daten besitzt oder sich weigert, sie zu teilen, könnte Probleme mit dem Kartellamt bekommen. Beispiel Google: Das Kartellamt könnte feststellen, dass das Tech-Unternehmen mit dem Zukauf von Fitbit im Sport- und Gesundheitssektor eine marktbeherrschende Stellung einnimmt. In dem Fall kann das Kartellamt Google empfindliche Auflagen aufdrücken oder gar die Übernahme für nichtig erklären.

Fitbit-Bänder: Dilemma für Nutzer

Zudem ist Google an die europäische Datenschutzgrundverordnung (DSVGO) gebunden. Jeder Nutzer muss demnach der Weiterverwendung seiner Daten zunächst zustimmen. Im Fitbit-Fall kommt der Nutzer da aber schnell in die Zwickmühle, wie Thomas Jarzombek, CDU-Bundestagsabgeordneter und Beauftragter des Wirtschaftsministeriums für Digitale Wirtschaft und Startups, erklärt. „Wenn die Anbieter sogenannter Wearables Software-Updates durchführen, bei denen man neuen Richtlinien zum Datengebrauch zustimmen muss, hat man als Nutzer im Prinzip nur die Wahl, einzuwilligen oder das Gerät zu entwerten. Denn ohne Software-Update ist [das Gerät] irgendwann nicht mehr zu gebrauchen.“

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Source:: Business Insider.de

      

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