Trotz Krise gab die Deutsche Bank mehr als 58 Millionen Euro aus, um hochrangige Manager abzufinden

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Die grundlegende Umstrukturierung der Deutschen Bank scheint immer chaotischer zu werden.

Am morgen der Ankündigung von 18.000 Stellenstreichungen ließen sich etwa die Geschäftsführer der Deutschen Bank Anzüge im Wert von etwa 1.665 Euro maßschneidern. Noch unangenehmer dürfte eine weitere Meldung der „Financial Times“ für die Deutsche Bank werden. Wie die Wirtschaftszeitung berichtete, sollen einigen hochraningen Führungskräften am Mittwoch 52 Millionen Pfund (knapp 58 Millionen Euro) an Abfindungen ausgezahlt worden sein.

Bereits seit Mai 2018 sollen bereits mehr als 52 Millionen Euro an abgewanderte leitende Angestellte ausgezahlt worden sein. Fast genau so viel, wie das Einkommen des gesamten Vorstands, das 2018 laut „Financial Times“ knapp 56 Millionen Euro betragen haben soll. Gerhard Schick, Chef der bankenkritischen Lobbyorganisation „Bürgerbewegung Finanzwende“, nannte die Zahlungen „unangebracht“.

„Goldene Fallschirme für gescheiterte Manager auszuzahlen, während Tausende Arbeitnehmer ihre Jobs verlieren, passen nicht zusammen“, so Schick gegenüber der „Financial Times“.

Anzüge für Manager, keine Arbeitsplätze für Angestellte

Es ist ein „Sollen sie doch Kuchen essen“-Moment für die Deutsche Bank, die sich offenbar taub gegenüber den Juniorkräften zeigt. So stellte sich etwa heraus, dass es sich bei Angestellten auf den Fotos, die in zahlreichen Medienberichten verwendet wurden, nicht um gefeuerte Angestellte, sondern um Schneider mit Anzügen für die Vorstände handelte. Die Fotos wurden etwa von der Financial Times, dem Guardian, Reuters und auch Business Insider verwendet.

Ian Fielding-Calcutt und Alex Riley von Fielding & Nicholson Tailoring hatten Anzüge für Abteilungsdirektoren angepasst, die von den Streichungen nicht betroffen waren.

Fielding-Calcutt sagte gegenüber „Financial News“: „Unser Timing war nicht besonders gut“, man würde jedoch bereits seit über einem Jahrzehnt Anzüge für Direktoren der Deutschen Bank maßschneidern.

„Fast 30 Prozent unseres Geschäfts kommt von Investment-Bankern. Ich glaube, dass viele der gefeuerten Angestellten Kaufleute waren, die keine Anzüge tragen. Also haben wir einfach normal mit unseren Kunden weitergearbeitet, die offensichtlich nicht von den Streichungen betroffen waren.“

Die für die Deutsche Bank turbulenten vergangenen 14 Monate gipfelten in 18.000 gestrichenen Stellen in den Büros von Sydney bis New York.

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Die Abfindungszahlungen der Deutschen Bank begannen bereits mit Ex-Vorstand John Cryan, der knapp elf Millionen Euro Abfindung erhielt. Ihm folgten sechs weitere Vorstandsmitglieder, die laut „Financial Times“ mindestens 41 Millionen Euro erhalten haben sollen.

Dieser Artikel wurde von Jonas Lotz aus dem Englischen übersetzt.

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Source:: Business Insider.de

      

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