Altmeister mit Appeal: 300.000 Besucher bei Frans Hals in Amsterdam

Kultur

Rijksmuseum konnte im Rahmen der Schau zwei Modelle des Malers identifizieren. Der Zustrom kam aber nicht an die Vermeer-Schau 2023 heran.

Die Ausstellung des niederländischen Malers Frans Hals im Rijksmuseum Amsterdam – der KURIER berichtete – ist mit 300.000 Besuchen zu Ende gegangen. Das ist mehr als das dreifache jener rund 90.000 Personen, die die Schau zuvor in London gesehen hatten. Allerdings kam der Zustrom zu der Werkschau, die einen der wichtigsten Maler des niederländischen „Goldenen Zeitalters“ mit Hinblick auf seine moderne Malweise neu präsentieren wollte, nicht an jene der Ausstellung zu Johannes Vermeer heran, die das Museum 2023 abgehalten hatte: Damals waren 650.000 Besucherinnen und Besucher im Zeitraum von 115 Tagen in das Museum geströmt, die Tickets waren kurz nach Eröffnung bereits ausverkauft gewesen. 

Das Museum wertete die Schau, die in leicht veränderter Form ab 12. Juli in der Gemäldegalerie der Staatlichen Museen zu Berlin zu sehen sein wird, dennoch als großen Erfolg – nicht zuletzt auch, weil im Rahmen der begleitenden Forschungen zwei Modelle des Malers neu identifiziert werden konnten. Ein Doppelporträt aus dem Jahr 16376 zeigt laut einer Aussendung des Museums die Amsterdamer Bürger Jan van de Poll (1597-1678) und Duifje van Gerwen (1618-1658).  Duifje war die jüngste Tochter eines wohlhabenden Weinhändlers, Jan war siebenmal Bürgermeister der Stadt und erreichte 1650 den höchsten Rang eines Obersts in der Bürgermiliz der Stadt. In dieser Eigenschaft wurde er zweimal porträtiert – beide Gemälde befinden sich heute in der Sammlung des Amsterdamer Museums. Sein Gesicht auf diesen beiden Gemälden hat große Ähnlichkeit mit dem Gesicht auf dem Porträt, das Frans Hals kurz nach der Hochzeit gemalt hat. 

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Die Porträts von Jan van de Poll und Duifje van Gerwen sind die einzigen Pendant-Gemälde eines Amsterdamer Paares, die Frans Hals je gemalt hat,  hieß es vonseiten des Museums. Hals arbeitete in Haarlem und fertigte nur ein Gruppenporträt einer Amsterdamer Milizan. Mehrere Mitglieder der Miliz waren nicht bereit, nach Haarlem zu reisen, um von Hals gemalt zu werden. Jan und Duifje nutzten offenbar diese Lücke in Hals‘ Kalender, hieß es.

Hals war als Porträtmaler zu seiner Zeit hoch geschätzt, wurde später aber auch von modernen Künstlern wie Van Gogh als Vorbild genannt. Ein weiteres in der Schau gezeigtes Bild ist das „Porträt Tieleman Roosterman“, das einst im KHM hing und nach langem Tauziehen an die Rothschild-Erben restituiert wurde. Auch dieses Bild hatte ein Pendant, das von der Forschung erst später eindeutig zugeordnet werden konnte. Die Schau zeigt beide Bilder erstmals seit langem wieder nebeneinander. 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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