Berliner Ensemble: Die Wunschmaschine namens Mensch

Kultur

Was wäre eigentlich, wenn man am Ende aus dem Theater ginge und wirklich alles anders würde? Wenn man den Zweifel, der dort gesät wird, zuließe, sein Denken in kein Bild mehr stopfte, das sich seit Ewigkeiten aus halbbewussten Ideologien und vorgefertigten Kategorien aufbaut. Wenn man wirklich mal befreit sehen, anders denken, also auch anders leben würde? Geht das überhaupt? „Fragen Sie sich selbst!“

Und Wolfgang Michael, der so fragend das Zwiegespräch mit dem Publikum sucht, dabei aber nur als Schatten hinter einer Stoffwand sichtbar ist, setzt noch einen drauf: „Suchen Sie Ihren Weg! Gehen Sie durch ihre Angst! Zweifeln Sie!“ Wenige Augenblicke später traut man seinen Augen kaum, denn während seine eigentlich kunstfreundlichen, lebensbejahenden Ohrwürmer tiefer in die Gehörgänge kriechen, dabei immer verworrener, sinnloser werden, hebt sich langsam die Wand und Michael wird als Guru in faschistischer Uniform sichtbar. Neben ihm dreht sich eine wunderschöne Plastikorchidee vom Bühnenhimmel herab um sich selbst und Michael fährt lächelnd fort, halb spielend, halb aus seiner Rolle tretend. Ein glitschiger Fisch.

Ein erstaunlicher Houellebecq-Abend

Es ist eine der vielen irrlichternden Kippszenen, die Regisseur Robert Borgmann an diesem erstaunlichen Houellebecq-Abend mit erfreulich weitmaschiger Texttreue im Berliner Ensemble ganz in die Mitte stellt. Sie ist nicht nur eine Glanznummer für Wolfgang…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

      

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