Brett statt Bett: ORF schickt Moderatoren in die Isolation

Kultur

Der ORF und seine Information sind systemrelevant. Das Coronavirus beschert Armin Wolf & Co deshalb ein (Arbeits-)Leben in der Isolierten-Station.

„Kurz vor fünf Uhr früh schreibe ich diesen Text. Keine Ahnung, was mein nigelnagelneuer ORF-Kopfpolster hauptberuflich macht. Mit Schlaf kann es nichts zu tun haben. Aber wir zwei machen gleich einen neuen Versuch. Bis zur ZiB2 heute Abend ist es noch lang“, schreibt Moderator Armin Wolf in seinem ersten, wie immer pointiert formulierten Blog-Eintrag unter dem Titel Die Corona-WG.

Dienstagabend sind die ersten ORF-Mitarbeiter in ihr „Separee“ eingezogen, darunter auch Stars der ORF-Information. „Wen man eben braucht, um die Info-Sendungen von der ZiB um 13h00 bis zur ZiB2 im abgeriegelten Newsroom zu produzieren. Wir haben den zweiten Stock für uns, den darf sonst niemand betreten.“

In allen sendungskritischen ORF-Bereichen werden nun nach und nach Isolationsbereiche geschaffen. Neben dem Aktuellen Dienst von ORF 2 gehören dazu auch die Landesstudios, wo bis heute, Mittwoch, ebenfalls Isolationsbereiche eingerichtet werden, um die Produktion der „Bundesland Heute“-Sendungen und der Regionalradios sicherzustellen. Denn auch wenn wegen Corona nichts mehr laufen sollte in Österreich, die Information der Bevölkerung muss weitergehen. Dafür ist dann ORF2 zuständig. Auf diesen Extremfall wird der ORF nun ausgerichtet.

Nasenabstrich

Das Leben als „Isolierter“ beginnt höchst unangenehm, aber logisch, mit einem Test. „Für den Nasenabstrich fährt mir die Ärztin mit einem Staberl ziemlich weit ins linke Nasenloch hinauf, echt unangenehm, aber weniger schlimm als befürchtet. In 24 Stunden soll das Testergebnis da sein.“ Was aber doch schon erstaunt – „… wir ziehen jetzt schon ein. Wenn wer positiv ist, muss er morgen eben wieder raus aus unserer Corona-WG am Küniglberg. Bis dahin gilt es, voneinander Abstand zu halten“, schreibt Wolf weiter.

Luxus, so viel verraten die Bilder Wolfs, sieht definitiv anders aus. Jeder Elternverein würde sich beschweren. Wolf selbst spricht von „Glück“, weil er in den nächsten zwei Wochen in seinem Büro schlafen kann, in dem nun auch noch ein Bett drin steht. „Die Matratze muss ein überzogenes Brett sein und die Bettwäsche dürfte eine Firma dem ORF aus ihren unverkäuflichen Lagerbeständen überlassen haben.“

Die Sanitär-Situation scheint bescheiden zu sein. Immerhin gibt’s Ablenkung in der „Freizeit“ am Küniglberg mit „kleinem Fitnessbereich, drei Tischtennistischen (zwei ohne Netz), einem Wutzler und vier Playstations.“ Bei diesem Angebot konzentriert man sich gern auf die Arbeit.

Ein Streitfall ist – wie immer und überall – offenbar das Essen. „Getränke sind ausreichend vorhanden, Essen auch. Die Getränke sind besser, jedenfalls am ersten Abend“, schreibt Wolf. Bleibt für die Informationsbedürfnisse der Österreicher zu hoffen, dass es in den kommenden beiden Wochen keinen Gruppen-Koller gibt.

…read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 5 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.