Buntes Porträt einer Unterwelt, wie es sie heute nicht mehr gibt

Kultur

In seinem neuen Buch nimmt Clemens Marschall die Leser mit in die Welt der Edition Privat – in Swingerlokale, zu Filmdrehs und den Feiern danach; zu sogenannten „Leck-to-Gos“ und grenzwertigen Spielen.

Es geht nicht um Pornografie. Zumindest nicht vordergründig. Vielmehr ist das, was Clemens Marschall in seinem neuen Buch „Edition Privat – Claudias und Rudis Wien intim“ zeigt, ein Blick auf eine Subkultur, auf ein Stück von Wien, das es so längst nicht mehr gibt.

Claudia und Rudi betrieben von den 1990ern bis 2010 eine der führenden Pornofilmproduktionsfirmen Österreichs – die Edition Privat. Heute lebt das Paar zurückgezogen am Stadtrand von Wien. Für Clemens Marschall (Golden Days before they End, Rokko’s Adventures) hat es erstmals seine Fotoarchive geöffnet und erzählt aus seinem bizarren Nähkästchen.

Marschall beschreibt es so: „Die beiden wollten damals keine herkömmlichen Sexfilme drehen, sondern wollten dorthin, wo’s interessant wird, wo’s ans Eingemachte geht, wo’s wehtut (…); wo Elizabeth T. Spira mit ihren ,Alltagsgeschichten’ nur anstreifte; wofür Ulrich Seidl vielleicht zu intellektuell ist; und wozu andere Menschen keinen Zugang haben – oder haben wollen.“

Unter anderem nimmt Marschall – ein begabter Reiseleiter für verspießerte Großstädter in die Ursprünglichkeit der Unterwelt – seine Leser mit in Swingerlokale, zu Filmdrehs und den Feiern danach; zu sogenannten „Leck-to-Gos“ und grenzwertigen Spielen. Wie er sagt: „Es ist ein abstruses Kaleidoskop, das man nicht erfinden könnte: ein Auge zum Lachen, eines zum Weinen – und eines zum Zumachen. Wenn Manfred Deix Sexfilme mit John Waters in Wien gedreht hätte …“

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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