„Der Fall Collini“ im Kino: Zu brav für einen gelungenen deutschen Mainstreamfilm

Kultur

Bevor sich Caspar Leinen (Elyas M’Barek) seinem ersten Fall als Pflichtverteidiger widmet, muss er zum Vorgespräch mit der Staatsanwaltschaft. Weil alles noch neu für ihn ist, verhält er sich entsprechend ungeschickt.

Die beiden älteren Kollegen, die ihm gegenüberstehen, wittern seine Nervosität wie Raubtiere. Indem sie ihn auf seinen Fauxpas hinweisen, schon vor Prozessbeginn eine Robe zu tragen, bringen sie ihn noch weiter in Verlegenheit. Und sobald Caspar schließlich den Raum verlassen hat, lächeln sich die beiden zu; nicht bösartig, aber doch süffisant.

Pflichtverteidiger Caspar Leinen ist ein Fisch auf dem Trockenen

Obwohl diese Szene in Marco Kreuzpaintners Verfilmung des Bestsellers „Der Fall Collini“ nur ein Detail ist, zeigt dieses Lächeln gut, wovon der Film erzählt: von einer Skepsis gegenüber gönnerhaften älteren Herren, die nur deshalb freundschaftlich tun, weil sie sich ihrer Überlegenheit gewiss sein können.

Caspar ist das, was man in der Drehbuchdramaturgie einen Fisch auf dem Trockenen nennt; ein Außenseiter inmitten eines fremden, ihm mitunter sogar feindlich gesinnten Milieus. Dabei wird er nicht nur als Berufsanfänger belächelt, sondern auch, weil er wegen seiner türkischen Mutter nicht wie ein typischer Deutscher aussieht.

Caspar soll also den pensionierten Gastarbeiter Fabrizio Collini (Franco Nero) vertreten, der ohne erkennbares Motiv den Industriellen Hans Meyer (Manfred Zapatka) ermordet hat – der wiederum Caspars Ziehvater war. Weil an der Schuld des schweigsamen Collini kein Zweifel besteht, ist der Prozess eigentlich reine Routine; zumindest bis einige hässliche Details aus der Vergangenheit des scheinbar so gutmütigen Meyers ans Tageslicht treten.

Regisseur Marco…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

      

(Visited 3 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.