Die zärtlichen Händepaare für den Resselpark bleiben nur Entwurf

Kultur

Marc Quinn hat seinen Entwurf für das Denkmal zurückgezogen, mit dem der Opfer der NS-Homosexuellen-Verfolgung gedacht werden sollte

Es ist nicht gerade einfach, in Wien ein Denkmal für Menschen zu errichten, die Opfer der NS-Homosexuellen-Verfolgung waren. Denn der britische Künstler Marc Quinn hat seinen siegreichen Entwurf – zwei sich zärtlich berührende Händepaare auf einem verspiegelten Tisch – zurückgezogen. Nun wird ein neuerlicher Wettbewerb ausgeschrieben.

Zunächst hätte ein Mahnmal „für homosexuelle und transgender Opfer des Nationalsozialismus“ am Morzinplatz, am einstigen Standort der Gestapo-Leitstelle (im Hotel Metropole) entstehen sollen. Das Projekt „Rosa Platz“ von Hans Kupelwieser konnte jedoch, wie sich 2016 herausstellte, aufgrund der Tiefgarage technisch nicht umgesetzt werden; auch ein zweiter Entwurf des Künstlers war nicht realisierbar.

Erst im Juni 2019 fiel die Entscheidung, ein Denkmal im Resselpark (Karlsplatz) zu realisieren. Die von Martina Taig geleitete GmbH KÖR (Kunst im öffentlichen Raum Wien) lobte in der Folge, im Februar 2020, einen Wettbewerb aus. Eingeladen wurden unter anderem Susanne Lorenz, Matthias Herrmann, Stephen Prina und die Gruppe Gelitin. Jakob Lena Knebl verzichtete, wiewohl prädestiniert, aus Termingründen auf eine Teilnahme.

„Aktuelle globale Lage“

Einzig der Entwurf von Marc Quinn konnte im Juni 2020 die Mehrheit der Jury überzeugen. Er sollte im Laufe dieses Jahres realisiert werden. KÖR habe, so Martina Taig, alles versucht, das Projekt voranzutreiben, den Künstler zu motivieren. Aber nun sagte Quinn ab – „angesichts der aktuellen globalen Lage“ und anderer, nicht recht nachvollziehbarer Gründe.

KÖR wird daher – wieder mit der Wiener Antidiskriminierungsstelle für gleichgeschlechtliche und transgender Lebensweisen (WASt) – den nochmals Wettbewerb ausschreiben. Diesmal einen offenen, also aufwendigen, in zwei Stufen. Die Auswahl des Siegerprojektes werde durch eine internationale Jury erfolgen, das Budget bleibt bei 300.000 Euro.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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