Ein Dirigent, der musikalische Ekstase entfacht

Kultur

Maxime Pascal am Pult des RSO beim Gedenkkonzert für Peter Eötvös.

Von Susanne Zobl

Sein Dirigat von Bohuslav Martinůs Oper „Griechische Passion“ bei den Salzburger Festspielen vorigen Sommer verschaffte Maxime Pascal zurecht die Nominierung zum österreichischen Musiktheaterpreis in der Kategorie „beste musikalische Leitung“. Die Verleihung ist im kommenden September.

Mit Alban Bergs „Lulu“ reüssierte der viel Gefragte am Pult des ORF Radio-Symphonieorchesters bei den Wiener Festwochen 2023.

Beim Gedenkkonzert für den im März verstorbenen Komponisten Peter Eötvös im Musikverein nun war deutlich zu hören, wie gut er mit dem RSO zusammenarbeitet.

Sublim geriet Richard Wagners „Siegfried-Idyll“. Mit zarten Pianissimi und schwebenden Klangwogen erzeugte er tiefsinnig Spannung.

Bei der österreichischen Erstaufführung des Harfenkonzerts, das Eötvös für den Virtuosen Xavier de Maistre geschrieben hat, setzte Pascal den Widmungsträger ideal in Szene. Kunstvoll brachte der die Saiten zum funkelnd frohsinnigen Klingen, bestach mit expressivem Glissando und agierte harmonisch mit dem Orchester, mit dem ihm der Dirigent ein ausgewogenes musikalisches Ambiente schuf. De Maistre wurde nach seiner Zugabe, Felix Godefroids „Karneval de Venise“, gefeiert.

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Bei Eötvös’ „Reading Malevich“ demonstrierte der Dirigent mit der klanglich akkurat ausgeloteten Vertonung eines Gemäldes seine Hand für zeitgenössische Musik. Wahrhaftige, pure Ekstase entfachte er bei Béla Bartóks Konzertsuite „Der wunderbare Mandarin“. Das RSO musizierte fulminant, exzellent die Klarinette. Wenn sich dieses Orchester nach dem Abschied von Marin Alsop an diesen Dirigenten hielte, wäre das gewiss ein Gewinn. Das Publikum bejubelte ihn. Susanne Zobl

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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