„Eugen Onegin“ an der Wiener Staatsoper: Seelenschmerz und wogender Walzer

Kultur

Tomáš Hanus dirigiert die aktuelle Spielserie von Tschaikowsky „Eugen Onegin“ (Von Susanne Zobl).

Was entstehen kann, wenn der Mann am Pult des exzellent disponierten Staatsopernorchesters, respektive der Wiener Philharmoniker die Musik von innen versteht, lässt Tomáš Hanus bei der aktuellen Spielserie von Tschaikowskys „Eugen Onegin“ erleben.

Premierendirigent

Hanus hatte bereits die Premiere der Neuproduktion in der Inszenierung von Dmitri Tcherniakov dirigiert. Er wird immer besser.

Hanus lässt diese Musik fließen, sorgt für Drama, fasst den Seelenschmerz in Töne und bringt den Walzer lustvoll zum Wogen. Präzise arbeitet er Nuancen heraus, verstörend gut, wenn im Final-Bild die immer lauter werdende Musik Eugen Onegin in die Verzweiflung begleitet.

In der Titelrolle debütiert Étienne Dupuis. Er zeigt einen eher grobschlächtigen, arroganten Intellektuellen, der sich seinem Hang zum Oberlehrer hingibt und überzeugt mit seinem kernigen Bariton. Nicole Car, im wirklichen Leben mit Dupuis verbunden, ist wie bei der Premiere eine ausgezeichnete Tatjana. Ihr Sopran gefällt in allen Schattierungen. Sie agiert ganz natürlich auf Tcherniakovs ansehnlicher Bühne, die das Geschehen an einer langen Tafel ansiedelt.

Wiener Staatsoper / Michael Pöhn

Am Tisch wird gesungen, gelebt und man duelliert sich. Maria Barakova ist eine spielfreudige Olga, mit einem sehr schönen Mezzosopran.

Iván Ayón-Rivas zeigt einen ausbaufähigen Lenski.

Elena Manistina berührt als Larina, die ihren Hang zur Übertreibung gut auslebt.

Dimitry Ivanschenko bewährt sich nicht zum ersten Mal als Gremin.

Wiener Staatsoper / Michael PöhnRegie funktioniert

Hervorzuheben ist der Chor der Wiener Staatsoper. Tcherniakovs Regie funktioniert ungebrochen. Kurzer, intensiver Applaus.

 

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Source:: Kurier.at – Kultur

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