Feminismus und Diversität prägen das Popfest in der Wiener Arena

Kultur

Mavi Phoenix (o,) ist einer der Stars beim Popfest Wien, das heuer von 22. bis 25. Juli vorwiegend in der Arena sattfindet.

Mit „Feminismus, künstlerische Konsequenz und Diversität“ beschreiben Herwig „Fuzzman“ Zamernik und Esra Özmen (EsRap) den roten Faden des Programms, das sie als Kuratoren für das heurige Popfest Wien zusammengestellt haben. Unter den fast 40 Acts, die man dabei bei freiem Eintritt hören und sehen kann, sind Mavi Phoenix, Pauls Jets, Buntspecht, Elektro Guzzi, Eli Preiss, Dacid Go8lin und Yugo.

Begleitet wird das Popfest von umfangreichen Corona-Maßnahmen. Eine davon ist die Übersiedelung vom Karlsplatz in die Arena, wo der Eintritt lückenlos kontrolliert werden kann. Erforderlich ist ein 3-G-Nachweis und eine Registrierung am Eingang. Bespielt werden die Open-Air-Bühne und die kleine Halle, in der eine Maske getragen werden muss. Einlass ist auf First-Come-First-Serve-Basis: Ist die maximale Zuschauerzahl von 3000 Leuten erreicht, wird keiner mehr eingelassen, bis jemand rausgegangen ist.

Die Details zu den Acts und Beginnzeiten gibt es unter popfest.at. Im KURIER-Interview erzählt Herwig Zamernik, wie er und Esra Özmen das Programm unter den verschärften Corona-Bedingungen zusammengestellt haben.

Ihr Popfest-Programm wurde wegen der Ausrichtung auf Feminismus und Diversität vielfach als mutig beschrieben. Wie sind Sie bei der Zusammenstellung vorgegangen?

Herwig Zamernik: 2021 wäre es lächerlich, wenn man nicht feministisch, nicht antirassistisch oder nicht dafür ist, dass es gender-mäßig keine Begrenzungen und keine Beklemmungen gibt. Insofern empfinde ich unser Programm nicht als mutig, sondern als normal. Diese Dinge haben in der Popmusik ohnehin einen großen Stellenwert. Pop soll sich immer mit den Dingen beschäftigen, die gerade aktuell sind. Und das tut die Popmusik, die mich und Esra interessiert. Sie kommt aus einer anderen Generation und mit ihrem Migrationshintergrund aus einer ganz anderen Popkultur. Wir haben uns  geschmacklich aber genau an diesem Punkt getroffen und uns sofort auf das geeinigt, was sich in irgendeiner Form – sei es im Sound oder in der Haltung – aus dem Fenster lehnt, weil uns das beiden am besten gefällt.

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Welche sind die Acts, die sich Ihrer Meinung nach am weitesten aus dem Fenster lehnen?

Lydia Haider feiert mit ihrer Band Gebenedeit eigentlich so etwas wie eine Messe. Das war ja in der katholischen Kirche immer Männern vorbehalten. Sie macht das in einer Normalität als Frau, dass es wie eine feministische Keule wirkt. Aber auch Mavi Phoenix, der sich geoutet hat, ein Mann zu sein, wobei er früher als Frau aufgetreten ist. Im Sound lehnen sich Pungent Stench weit raus. Das ist eine Grind-Core-Death-Metal-Band aus den späten 80er-Jahren, die ich schon ewig kenne. Diese Art von Musik hat bei einem Popfest noch nie Platz gefunden, weil man dachte, das ist nicht Popmusik ist. Aber wenn man den Begriff Popmusik als Popularmusik versteht, gehört das meiner Meinung nach dazu. Und das Antirassistische steckt sowie so in jedem drinnen, der in dieser Popblase agiert.

Sie sagen, dieses Programm hat einen Hang zur Narretei…..

Das ist das, was Esra und mich sofort verbunden hat. Musiker die sich blind vor Narretei in das hineinwerfen, was sie machen, weil sie es so empfinden, haben uns beiden immer am besten gefallen. Pop muss in meinem und auch …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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