Film der Woche: „Idioten der Familie“ von Michael Klier

Kultur

Familien haben Abgründe. Erbschaftsanwälte wissen das, sie verdienen an Neid, Rivalität, Egozentrik und Machtlust. Psychologen wissen es auch, ihre Klientel klagt ein Leben lang über die Folgeschäden elterlicher Erziehung oder Nicht-Erziehung. Eine solche Familie erfindet Michael Klier mit seinem jüngsten Film „Idioten der Familie“.

Die Eltern sind tot, ihren fünf ausgewachsenen Kindern haben sie ein Haus am Stadtrand von Berlin hinterlassen. Klier lässt dieses Haus von seinen Bewohnern erzählen. Schemenhaft, nie ganz entschlüsselbar. Es gibt Bücher und Bilder, ein Klavier, eine offene Küche, Blumen − Räume, wie sie Menschen bewohnen, die sich für stilsicher und gebildet halten. Bürgertum, nicht neureich. Und doch: Die Schnapsflasche des Vaters steht noch versteckt hinten auf einem Küchenschrank. Der Garten verwildert. Wo genau sich dieses Haus befindet, lässt sich nicht bestimmen, das verhindert stereotype Ost-West-Erklärungsmuster und lenkt die Aufmerksamkeit auf den Geschwisterhaufen, der nach langer Zeit ein Wochenende in diesem Haus verbringt.

Ein Haus erzählt

Es ist Frühherbst, das Jahr wird noch einmal neu justiert, Anlass des Treffens ist eine Entscheidung, die das fragilste Mitglied der Familie endgültig aus dem Nest herauskatapultieren wird. Es ist die Jüngste, die kaum dreißigjährige Ginnie, gespielt von Lilith Stangenberg. Ihre etwa zehn Jahre ältere Schwester Heli (Jördis Triebel) hat sich viele Jahre um sie gekümmert.

Ginnie kann kein eigenständiges Leben führen, sie kann nicht sprechen, kann sich nicht waschen und anziehen. Ihre Bewegungen…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

      

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