Filmkritik zu „IF – Imaginäre Freunde“: Trost für Kinder

Kultur

Ryan Reynolds besticht als Kinderfreund in einer Mischung aus Live-Action und Animation

Von Gabriele Flossmann

„Geh weg, da sitzt schon mein Freund, meine Freundin …“

Solche Aussagen bekommen Eltern von Kindern mit imaginären Freunden des Öfteren zu hören. So auch der Regisseur dieses Films, John Krasinski. Die Idee, einen Film über imaginäre Freunde zu drehen, entwickelte er mit seinen Kindern.

Als er während der Pandemie – wie so viele Eltern – miterlebte, wie sich die Welt seiner Töchter dramatisch veränderte, begann er, sich mit der Psychologie hinter imaginären Freunden zu befassen. Er wollte verstehen, ob es sich dabei nur um skurrile Kreationen einer kindlichen Fantasie handelte, oder um Bewältigungsmechanismen für emotionale Herausforderungen, die durch junge Köpfe geistern. Sei es Mobbing in der Schule, eine Scheidung zu Hause oder ähnliche Stressfaktoren. Vor allem aber wollte Krasinski der Ansicht vieler US-amerikanischer Psychiater entgegenwirken, die Sigmund Freud für das Verständnis von Kinderseelen heranziehen und damit imaginäre Freunde als Vorboten psychischer Störungen deuten.

Und weil imaginäre Freunde oft zu Kreaturen in Horrorfilmen werden, beschloss er – gemeinsam mit seinen Töchtern – „IF“ zu einem Mix aus Fantasy-Freundesmonstern und Comic-Figuren zu machen.

Constantin

Mix aus Live-Action und Animation: „IF – Imaginäre Freunde!

Die kleine Bea, gespielt von Cailey Fleming aus „The Walking Dead“, lebt bei ihrer Großmutter. Da sie gerade eine schwierige Zeit durchmacht, ist sie offenbar empfänglich für die tröstliche Wirkung von IF-Kreationen. Sie freundet sich mit einem Nachbarn an – den Ryan Reynolds mit seinem untrüglichen Gespür für emotionales und komisches Timing ausstattet. Gemeinsam lernen die beiden ein großes, pelziges Wesen namens Blue kennen. Obwohl Blue eigentlich der imaginäre Freund eines anderen Kindes ist, kann Bea ihn sehen. Und so auch ihr Nachbar. Blue nimmt die neuen Menschenfreunde mit auf seine abenteuerliche Mission. Er will mit ihrer Hilfe jene Kreaturen retten, die von Kindern als imaginäre Freunde erschaffen und – wenn nicht mehr gebraucht – in einer Welt des Vergessens zurückgelassen wurden. Der Film erzählt diese Geschichte mit einem gelungenen Mix aus Live-Action und Animation.

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Der großen, weiten Fantasiewelt der IF, der von Kindern erdachten imaginären Freunde, wird der durchaus sympathische Film nicht wirklich gerecht. Er bleibt zu sehr an der Fantasy-Oberfläche.

INFO:  USA 2024. 104 Min. Von und Mit John Krasinski. Mit Ryan Reynolds.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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