Filmkritik zu „Morgen ist auch noch ein Tag“: Ohrfeigen zum Frühstück

Kultur

Die Moderatorin und Schauspielerin Paola Cortellesi begeisterte mit ihrer Tragikomödie rund um eine geprügelte Ehefrau ganz Italien

Ein Film in Schwarz-weiß über eine Frau, die von ihrem Mann verprügelt wird?

Klingt nach Kassengift, wurde aber zum überragenden Erfolg. Das Regiedebüt der beliebten und bekannten Moderatorin und Schauspielerin Paola Cortellesi mauserte sich in Italien zum Überraschungshit und übertraf die Einspielergebnisse von „Barbie“ und „Oppenheimer“.

Cortellesi selbst spielt die Hauptrolle in ihrer feinfühligen Tragikomödie, die unmittelbar nach Ende des Zweiten Weltkrieges ansetzt. Sie ist Delia, Mutter von drei Kindern, die schwer unter dem Joch der Ehe zu leiden hat. Schon in der Früh haut der Mann seiner Frau anstelle eines „Guten Morgen!“ eine Ohrfeige herunter. Sie pariert den Schlag mit fast tänzerischen Bewegung und geht ihrem Tagewerk nach. Elegant federt Cortellesi patriarchale Grausamkeiten ab, ohne sie dadurch zu schmälern.

„Morgen ist auch noch ein Tag“ fügt sich in die Tradition des italienischen Neorealismus ein, knüpft aber unmittelbar an die Gegenwart an. Mitreißend erzählt die Regisseurin die Geschichte einer Selbstbefreiung von allgegenwärtiger Gültigkeit. 

INFO: I 2023. 118 Min. Von und mit Paola Cortellesi. Mit Valerio Mastandrea.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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