Filmkritik zu „Trautmann“: Deutscher Gefangener als Torwartlegende

Kultur

Spannender Filmstoff um den deutschen Gefangenen Bert Trautmann, der zum Torhüter von Manchester City wurde.

„Traut the Kraut“ – so nennen sie ihn in England heute noch liebevoll: Bert Trautmann, den Kriegsgefangenen, der zum Torhüter von Manchester City aufstieg. Er starb 2013 im Alter von 89 Jahren. Zur Legende wurde er, als er im Pokalfinale 1956 einen Genickbruch erlitt – und weiterspielte.

In seinem ersten englischsprachigen Film blickt der deutsche Regisseur Marcus H. Rosenmüller auf das Leben der Torwartlegende zurück: Ende des Zweiten Weltkriegs wird Trautmann von den Briten gefangen genommen und in einem Lager zur Strafarbeit verpflichtet. Er schaufelt Fäkalien aus einer Klärgrube und versucht mit dem offenen Hass des Lagerleiters fertigzuwerden. Im Schlaf gehen Trautmann immer wieder belastende Kriegsszenen durch den Kopf. Fußball ist für Trautmann die einzige Abwechslung. Zufällig wird der Manager eines Provinz-Fußballclubs auf sein Talent aufmerksam. Als Torwart soll er den vom Abstieg bedrohten Verein retten. Als Gegenleistung bekommt Trautmann Hafturlaub. Es dauert aber lange, bis ihm die Kollegen und die britischen Fußballfans glauben, dass er zwar Deutscher, aber kein Kriegsverbrecher ist. Das extreme und abwechslungsreiche Leben von Bert Trautmann erweist sich als spannender Filmstoff. Die etwas willkürliche Mischung aus Krieg, Ressentiments, Gewissenskonflikt, Fußball und Liebesgeschichte, mit der der Regisseur dem Bio-Pic den nötigen Unterhaltungswert verleihen will, gerät allerdings bisweilen aus der Balance.

Text: Gabriele Flossmann

INFO: D/GB/IRL 2019. 120 Min. Von Marcus H. Rosenmüller. Mit David Kross, Freya Mavor.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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