Filmstarts der Woche: Gesichtsverlust und Dora auf Abenteuer

Kultur

Pierre Niney wird als Feuerwehrmann durch einen Brand entstellt, Dora erlebt ein Abenteuer und die DDR zerbricht im Zeichentrick.

Die Kritiken zu allen Filmen, die neben dem Joker (der KURIER berichtete hier) diese Woche anlaufen:

Filmkritik zu „Durch das Feuer“: Gesichtsverlust

Keine Ahnung, wie andere Feuerwehrmänner ihren Tag beginnen, aber in Paris singen sie zuerst einmal die Nationalhymne. Und zwar aus voller Brust. Danach wird salutiert und der toten Kameraden gedacht, ehe es mit dem morgendlichen Drill losgeht: Liegestütz und Lauftraining, als stünde man knapp vor einem Militäreinsatz. Doch das Einsatzgebiet sind die Straßen von Paris, Autounfälle, Herzinfarkttote und brennende Lagerhallen.

Am vorderster Front steht Brandmeister Franck, der mit Leib und Seele seine Arbeit als Feuerwehrmann verrichtet und am liebsten mehrmals täglich Leben rettet. Nebenbei ist er hingebungsvoller Ehemann einer entzückenden Frau und bald auch Vater hinreißender Zwillingstöchter. Sein Leben ist so perfekt, dass es fast schon weh tut.

Ein schwerer Feuerunfall setzt dem Familienidyll ein jähes Ende und bringt Franck an den Rand des Todes. Danach ist nichts mehr wie früher – inklusive seinem Gesicht, das durch den Brand schwer entstellt wurde.

Der Franzose Pierre Niney, bekannt durch seine kongeniale Verkörperung von Mode-Star Ives Saint Laurent, lässt die etwas stereotype Geschichte vom tapferen Feuerwehrmann, der nach schwerem Unglück zurück ins Leben finden muss, durch sein feinfühliges Spiel von ihrer Erwartbarkeit abweichen.

Besonders im Mittelteil, wo Franck mit Schrecken den Zustand seines beschädigten Gesichts entdeckt, in Wut und Selbstmitleid verfällt und seine Frau entfremdet, entfaltet Niney ergreifend dramatisches Potential.

Polyfilm/Caroline Dubois

Feuerwehrmann mit Leib und Seele: Pierre Niney

Quälende Therapie

Überhaupt liegt die Stärke von Regisseur Frédéric Tellier vor allem im realistischen Detail – sei es während der Feuerwehreinsätze, sei es während quälender Therapiestunden im Spital: Mit kompetenter Regiehand – und manchmal auch wackelnder Kamera – erzeugt er selbst dort Spannung, wo die wenig originelle Geschichte eigentlich kaum eine zulässt.

Pierre Niney wiederum macht spürbar, wie schwer es ist, sich nicht unter den Trümmern seines eigenen Lebens begraben zu lassen.

Und was es bedeutet, sein Gesicht zu verlieren.

INFO: F 2018. 116 Min. Von Frédéric Tellier. Mit Pierre Niney, Anaïs Demoustier.

Polyfilm/Caroline Dubois

Alles verändert sich durch einen Unfall. „Durch das Feuer“

Filmkritik zu „Fritzi – Eine Wendewundergeschichte“: Flucht in den Westen

30 Jahre nach dem Mauerfall ist deutsche Geschichte reif für einen Animationsfilm für Kinder. „Fritzi war dabei“ heißt ein Buch von Hanna Schott, das den Fall der Berliner Mauer aus der Kinderperspektive erzählt. Lose darauf basierend, fertigte das Regie-Duett Ralf Kukula und Matthias Bruhn seine Geschichte im Stile eines fein gezeichneten Trickfilms in warmen Farben an.

Als ihre beste Freundin Sophie nach dem Ferien von 1989 nicht mehr nach Leipzig zurückkehrt, wird Fritzi schmerzhaft bewusst, dass sie in den Westen geflüchtet ist. Die Regisseure betten ihre niedliche Coming-of-Age-Story sorgsam in den Umbruchskontext ein; und obwohl etwas klischeehaft, gelingt ihnen ein stimmungsvolles, kinderaffines Bild von der DDR in ihren Endzügen.

INFO: D/LUX/BEL/CZE 2019. 86 Min. Von Ralf Kukula und Matthias Bruhn.

Polyfilm

Nur der Hund Sputnik bleibt von der besten Freundin zurück

Filmkritik zu „Dora und die goldene Stadt“: Mädchen auf Dschungelabenteuer

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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