Fußball-WM bei ServusTV: Drei Frauen am Ball

Kultur

Alina Marzi, Anna-Maria Brunnauer und Julia Kienast sind in Katar im Einsatz. Ein Gespräch über Werte, Hürden, Geld und Favoriten

Mit der Live-Übertragung des Spiels Senegal gegen die Niederlande (16.30 Uhr) startet am Montag ServusTV in Katar das erstmalige Abenteuer einer Fußball-Weltmeisterschaft. Insgesamt 25 Matches, darunter ein Halbfinale und das Spiel um Platz drei, wird man als Sublizenznehmer des ORF übertragen. Was man hier durchaus als Statement des Salzburger Privatsenders interpretieren kann: Teil des Teams im konservativ-islamischen Emirat sind die Reporterinnen Alina Marzi und Anna-Maria Brunnauer, die von Anfang an auf Sendung sind; mit der K.o.-Phase stößt noch Julia Kienast dazu. Auch hinter der Kamera, in Redaktion und Produktion, sind Frauen für das ServusTV-Sport-Highlight im Einsatz.
 

Für einiges Nachdenken hat das umstrittene WM-Veranstalterland auch bei den Reporterinnen gesorgt. „Mir hat Sportchef Christian Nehiba freigestellt, wie lange ich in Katar sein will – von 0 bis 4 Wochen war alles möglich“, erzählt etwa Kienast. „Ich habe zunächst schon geschluckt, als ich gehört habe, dass wir diese Weltmeisterschaft übertragen. Die Wertevorstellungen, die es in diesem Land gibt, stimmen einfach nicht mit dem überein, wie wir hier leben und wie ich versuche, meine Tochter auch aufzuziehen“, meint sie im KURIER-Gespräch. „Ich habe mich dann sehr viel damit beschäftigt und bin da oft auf die Worte Respekt und Toleranz gestoßen – Respekt vor ihrer Kultur, das ist klar, deshalb werden wir uns natürlich an ihre Regeln halten. Die Auffassung von den Menschenrechten, wie man sie in Katar hat, darf man aber nicht völlig tolerieren.“

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Vorschriften 

Die Verhaltensvorschriften in Katar für den Umgang von Mann und Frau und damit auch für die Reporterinnen sind umfangreich. Ursprünglich seien das etwa 50 Seiten gewesen – für Frauen etwas mehr, für Männer etwas weniger. „Das kommt von der FIFA, betrifft aber ohnehin jede und jeden, die oder der nach Katar reist. Darunter fällt zum Beispiel, dass die Schultern bedeckt sein sollen, die Knie sollen nicht zu sehen sein etcetera“, schildert Brunnauer. Eine Kopftuchpflicht gebe es nur beim Besuch religiöser Stätten. „Ja, es gelten in Katar Regeln – für westliche Geschäftsfrauen wiederum andere als für einheimische -, aber von der Arbeit her gedacht, machen die keinen Unterschied. Es ist egal, ob ich als Frau nach einem Spiel die Fragen an Spieler oder Trainer richte oder ob das ein Mann tut – ich bin für ServusTV dort und damit sollte es passen“, sagt Marzi.
 

Die Burgenländerin, deren Vater wie auch bei Kienast Fußball-Profi war, kennt Katar als Sport-Journalistin schon von der MotoGP, die hier im März ihren Saisonstart hatte. „Es ist aber natürlich ein Unterschied zwischen einer Fußball-WM, die über einen Monat geht, und einem MotoGP-Wochenende, bei dem man sich die meiste Zeit ohnehin an der Strecke aufhält. So viel vom Land bekommt man da gar nicht mit.“

Schwierige Umstände

Diesmal werden die Reporterinnen auch außerhalb von Sportstätten unterwegs sein. „Es wird Interviews geben, wir werden auch die Fan-Meilen besuchen. Allerdings ist sehr streng geregelt, wo man filmen darf. Für Interviews muss man zuvor bei der FIFA anfragen. Und die Positionen, von wo aus man nach einem …read more

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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