Imagine Dragons in Wien: Konfetti für die Ukraine

Kultur

Die Band aus Las Vegas lieferte im Ernst-Happel-Stadion vor 40.000 Zusehern eine perfekte, aber auch vorhersehbare Show ab.

Las Vegas ist bekanntlich eine einzige Showbühne – überall glitzert, funkelt und blinkt es in den buntesten Farben. Hinter jeder Tür, hinter jeder Fassade wartet der große Jackpot, das ganz große Glück und Spektakel. So lautet zumindest das Versprechen der Tourismuswerbung. Wer in so einer mit Geld und Lügen aufgeblasenen Kulisse aufwächst, bleibt natürlich nicht verschont. Nachzuprüfen ist das bei den Imagine Dragons, einer der bekanntesten Söhne dieser Stadt: Sie brachten am Donnerstagabend ein bisschen Las Vegas-Flair nach Wien.

Hui!

Das Unterhaltungsmekka war am Donnerstagabend das Ernst-Happel-Stadion – rund 40.000 Menschen pilgerten hin. Das Aufwärmprogramm absolvierten einige davon passenderweise im Prater: Eine Runde Autodrom, zwei Runden „Extasy“, drei Bier und eine Stelze. Gut gestärkt ging es ab ins Stadion. Viel Zeit zum Verdauen blieb aber nicht, denn es ging nach einem „Game of Thrones“-ähnlichen Intro dann auch gleich ordentlich zur Sache. Und zwar mit „It’s Time“, einem ganz gut abgeschmeckten Indie-Popsong aus der frühen Phase der Band. Dan Reynolds, Sänger und Mastermind der Truppe, schreitet dazu trittsicher und bodygebuildet über die Bühne. Singen kann er – und schön anzusehen ist er auch: gestählter Oberkörper, mächtiger Bizeps und Knackarsch. Hui! Das weibliche Publikum war – zu Recht – enthusiasmiert. Auch die zahlreich anwesenden Männer waren angetan. Zeit, die ersten Konfetti- Bombe zu zünden.

Es folgte „Believer“, dieser Mega-Hit mit unglaublichen zwei Milliarden Streams auf Spotify.: „Pain! You made me a, you made me a believer, believer…“, singt Reynolds darin. Und nahezu alle im Stadion sangen mit, streckten ihre geballten Fäuste in den wunderschönen Abendhimmel und hyperventilierten: Yeeeah!

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Es folgte die erste Ansprache, bei der Reynolds den Charme eines esoterisch angehauchten Predigers versprühte: „Wir geben euch alles von uns, alles, was wir haben“, sagte er. Man kaufte ihm das auch ab.

Zack, zack, zack – weiter ging es in der Set-List, auf der rund 20 Songs vermerkt waren. Es folgte mit „Thunder“ ein erneuter Knalleffekt: Die Papierschnipsel, die diesmal ins Publikum geschossen wurden, waren nicht mehr weiß, sondern rot. Ein bisschen Abwechslung muss sein.

Andreas Gabalier

Alles bei der Show war bis ins kleinste Detail geplant, auf große Show gebürstet, Las Vegas eben. Imagine Dragons sind laut, bunt, amerikanisch – und sehr professionell. Ihren Sound legen sie breit an, die Texte sind mal banal, mal sehr persönlich. Musik, die weltweit Millionen von Menschen begeistert: Sie kaufen ihre Alben, streamen ihre Lieder auf Spotify und lassen die Band-Kasse klingeln. Damit der Geldfluss nicht abreißt, werden fast täglich News in Form von hübschen Bildern oder kleinen Filmchen auf Social Media geteilt. Ihr neues, am 1. Juli erscheinendes Album „Mercury – Act 2“ stellt die Band zum Beispiel heute, Freitag, in Wien via Livestream auf Instagram (@imaginedragons) vor. Die Leitungen werden glühen.

Ihr seit der Veröffentlichung ihres Debütalbums „Night Visions“ (2012) anhaltender Erfolg steht aber im starken Kontrast zur attestierten Qualität: Der Slipknot-Sänger Corey Taylor nannte sie kürzlich gar „die schlechteste Band der Welt“, was natürlich völliger Schwachsinn ist. Was hingegen …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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