ImPulsTanz-Intendant: „Die Zeiten haben sich radikal geändert“

Kultur

Karl Regensburger über sein heuriges Programm, toxische Arbeitsbeziehungen und die Stiftung, die bis Jahresende gegründet sein soll

Die Intendanten der Wiener Festwochen kommen und gehen, er aber bleibt: Vor genau 40 Jahren gründete Karl Regensburger die Internationalen Tanzwochen Wien, die unter dem Titel „ImPulsTanz“ zu einem der weltweit wichtigsten Festivals für zeitgenössischen Tanz wurden. Die diesjährige Ausgabe wird am 11. Juli um 20 Uhr im MAK eröffnet – mit einer Ausstellung über die Bewegungssprache von William Forsythe.

Lauge Sorensen

Uraufführung am 23. Juli im Burgtheater: Hamlet“ von Dada Masilo und The Dance Factory (RSA)

KURIER: Wie konzipiert man eigentlich ein „ImPulsTanz“-Festival?

Karl Regensburger: Mit dem Team – und ausgehend von zwei, drei Produktionen, die früh fixiert werden müssen. Wir haben aber die Tendenz, erst sehr spät zu programmieren. Um für Neues offen zu sein.

Gehen Sie wie der Theaterdirektor im „Faust“ vor? Vieles zu bringen, um manchem etwas zu bringen?

Ja, so sehe ich das auch. Mir ist aufgefallen, dass man, besonders in jungen Jahren, Gefahr läuft, ein Festival für Kritiker zu machen. Um dann die Bestätigung lesen zu können, dass es gut war. Mit der Zeit kommt man aber drauf, dass bei allen Überlegungen das Publikum im Vordergrund stehen soll.

Einen inhaltlichen Anker gibt nicht.

Weil wir für ein Motto unser Budget zwei Jahre im Vorhinein kennen müssten. Um eben dementsprechend konzipieren zu können. Aber mitunter wussten wir nicht einmal während des Festivals, wie hoch die Subvention ist. Und einfach ein Schlagwort herzunehmen, unter das man alles subsumieren kann: Das will ich nicht.

  Comedy-Star mit langer Karriere: US-Komiker Bob Newhart ist tot

Der Ruf des Festivals ist exzellent. Ich nehme daher an, dass Sie von Angeboten überschwemmt werden – und nur auswählen müssen?

Wir bekommen pro Jahr ungefähr 400 bis 450 Angebote. Dieses andauernde Nein-Sagen tut weh. Denn es gibt viele Künstlerinnen und Künstlern, die uns schon lange begleiten. Denen fühlen wir uns verpflichtet. Ganz besonders dann, wenn es für sie nicht so gut läuft. Oder wenn man ahnt, dass eine Produktion heikel ist. Daher entsteht bei manchen der Eindruck: Der Regensburger macht jedes Jahr das Gleiche. Was aber nicht stimmt: Wir bringen heuer 47 Choreografen oder Kompanien mit 51 Produktionen – und von denen sind 21 zum ersten Mal beim Festival. Also, das ist schon ein massiver Anteil.

Zu verdanken der Young Choreographers’ Series [8:tension] …

Das stimmt. Denn da kann man im Prinzip nur einmal dabei sein. Und so gibt es jedes Jahr acht bis zwölf neue Positionen.

Hab’ ich Sie vorhin richtig verstanden: Sie bringen Produktionen, von denen Sie das Gefühl haben, dass sie nicht das Gelbe vom Ei sind?

Ja, in der Hoffnung, dass man ein bisschen auf die Künstler einwirken kann. Das ist natürlich schwierig. Aber in der Regel entwickelt sich eine Produktion nach der Uraufführung ohnedies weiter – bis zur Spielserie in Wien.

Das heißt: Sie sind gar nicht erpicht auf Uraufführungen?

So ist es. Aber wir haben trotzdem zehn Uraufführungen heuer. Auch deshalb, weil die Künstler sie bei uns machen möchten. Bei Akram Khan geht man das Risiko gerne ein, bei anderen nicht so gern.

  Neuorganisation bei Ö3 geht weiter

Genauso lang wie Sie ist Anne Teresa De Keersmaeker aktiv: In der Lecture Performance …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.