Ina Müller mit „55“: Große Klappe und viel dahinter

Kultur

Sie singt, moderiert und unterhält. Ina Müller im Gespräch über das neues Album „55“, Falten und kleine Unverschämtheiten.

Während es viele unhöflich finden, wenn sie nach ihrem Alter gefragt werden, schreibt es Ina Müller groß aufs Plattencover: „55“. Es ist der Titel ihres neuen Albums, bei dem sich das Älterwerden wie ein roter Faden durch die Songs zieht: Sie erzählen von eigenen Schwächen, vergangenen Liebschaften und Vergänglichkeiten. Themen, denen die Moderatorin, Sängerin und Kabarettistin mit Selbstironie, klugen Texten und schönen Melodien begegnet.

KURIER: Sie haben das Album in Zeiten von Corona-Maßnahmen aufgenommen. War das problematisch?

Ina Müller: Nein. Ich hatte Corona-bedingt mehr Zeit als sonst, wurde nur selten gestört und konnte so konzentriert mit den Musikern im Studio arbeiten. Das war für alle Beteiligten angenehm und für die Musik ein Gewinn. Jetzt macht mir dieses doofe Virus aber einen Strich durch die Rechnung. Denn ich kann nicht einfach nach Wien fliegen, um dort mein Album zu präsentieren.

Wie entstehen Ihre Songs?

Als Erstes sind immer die Texte fertig und dann kommt erst die Musik. Ich habe eigentlich auch immer eine gewisse Vorstellung davon, wie ein Song klingen soll, habe dazu eine Melodie im Kopf. Sobald ein Text fertig ist, kommt dann mein Freund Johannes Oerding ins Spiel, mit dem ich die Musik erarbeite. Die muss zum Song, zum Text passen. Ich kann es mir zum Glück leisten, kein Konzept zu haben, sondern das einfach Step by Step entstehen zu lassen. Die Plattenfirma mischt sich bei mir nicht ein.

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Hat es eher Vor- oder Nachteile, wenn man mit dem Partner Musik macht?

Mehr Vorteile. Wenn man mit jemandem arbeitet, den man nicht oder nicht so gut kennt, braucht es für kleine Dinge viel Zeit. Man muss da ja einen bestimmten Umgangston pflegen, vorsichtig sein, wenn man Kritik äußert. Man will den anderen ja nicht verletzen. Beim eigenen Freund reicht halt meistens ein Blick und dann weiß der schon, was Sache ist (lacht).

Sandra Ludewig/Sony Music

In den Texten drücken Sie Ihre Liebe zu Hamburg aus. Gibt es etwas, das Sie an der Stadt nicht mögen?

Es ist das, was ich auch in anderen Städten verabscheue: Es ist das Ausmaß des Autoverkehrs. Vor allem sind es die großen SUVs, die mich stören, weil sie den Fußgängern und Fahrradfahrern ihren Platz klauen. Der Fußgänger ist immer das letzte Glied in der Kette. Das nervt mich und das gilt es in Zukunft zu ändern. Eigentlich sollten die Innenstädte weltweit autofrei sein.

Sie singen über Fußball, der im Fernsehen läuft. Schauen Sie Fußball?

Ja. Ich gehe meistens zum HSV. Hauptsächlich wegen des Entertainment, der Stimmung, der Wurst, dem Bier und weniger aus Leidenschaft für den Verein. Aber aktuell muss ich sagen, dass ich mich immer mehr von Fußball wegbewege. Ich kann mit diesen Geisterspielen nichts anfangen. Das hat für mich Kreisliga-Charme. Und das kann ich nur schwer ertragen.

Ein Song heißt „So hätt ich also sein soll’n“. Wem richten Sie das aus?

Also ich habe da keine konkrete Person vor mir gehabt. Es geht im Text um diese komische Situation: Man trifft nach Jahren einen Ex-Freund mit einer …read more

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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