Jan Delay in der Arena: Tempo, Rhythmus, Humor und Herz

Kultur

3500 Fans in der ausverkauften Arena können nicht anders als tanzen.

„Ich versteh nicht, wie Leute zu Songs ohne Beats tanzen können!“ So moderiert Jan Delay in der Halbzeit seiner Show in der Wiener Open-Air-Arena den Song „Sie kann nicht tanzen“ an. Damit verrät er nicht nur, dass eine noch so schöne Frau keine Chance bei ihm hat, wenn sie nicht tanzen kann, er bringt auch auf den Punkt, was ihn antreibt und was das Konzert in der Arena so gut macht: Beats, Beats und noch mal Beats!

APA/MAX SLOVENCIK

Von Anfang an hat der als Jan Philipp Eißfeldt geborene Hamburger mit dieser Show darauf gesetzt – durchaus mit vielen Varianten: Delay hat in seiner Karriere Hip-Hop gemacht (mit der Band Absolute Beginner) und als Solo-Künstler Reggae, Soul, Funk und zwischendrin auch Rock. All das bringt er jetzt in einer Show zum 25-Jahre-Jubiläum auf die Bühne, mit der er an die wichtigsten Momente seiner Solo-Karriere erinnern will.

Aber eigentlich will er nur Spaß haben – und hat ihn auch. Das ist ihm an jeder Tanzbewegung, mit jeder Moderation und jedem Song anzusehen. Permanent ist er in Bewegung, hüpft wie ein Flummi, tanzt von links nach rechts und zurück, sieht dabei aus, als ginge noch weit mehr, wenn die Bühne denn nur größer wäre und ihm Platz ließe.

Dank seiner hervorragenden Band Disko No. 1 schafft er es mühelos, Funk, Soul, Reggae und Rock zu einem schlüssigen Ganzen zu verbinden. Häufig lässt er die Beats gar nicht abreißen, lässt die Band mit ihren Bläsern und den drei Soulsängerinnen weiter grooven und in den nächsten Song hinein improvisieren, während er Ansagen macht. Und immer gilt: Tempo, Tempo, Tempo. 

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Nur bei der Ballade „Für immer und dich“ gibt es eine kurze Verschnaufpause. Aber Hits wie „Kinginmeimding“ oder das Reggae-Nena-Cover „Irgendwie, irgendwo, irgendwann“ haben schon im ersten Teil der Show ihre Wirkung: 3500 Fans in der ausverkauften Arena können nicht anders als tanzen, egal, wie viel Schweiß dann in der Abendhitze fließt.

APA/MAX SLOVENCIK

Zwischendrin lässt Delay die Leute abstimmen, welchen von vier Reggae-Song sie hören wollen, misst die Lautstärke der Reaktion, wenn er die Songnamen nennt. Dass die Wiener „Ich  möchte nicht, dass ihr meine Lieder singt“ am meisten bejubeln, wundert ihn. Dass einige schreien, sie wollen alle vier hören, quittiert er erst mit: „Alle gibts nicht, dafür müssten andere schöne Songs aus dem Programm fallen“. Aber weil die Wiener „Indie-Reggae“ verliebt sind, legt er dann doch noch „B-Seite“ drauf.

Das ist der Zeitpunkt, ab dem Delays eigene Song immer unwichtiger werden. Es ist ein Rausch von Rhythmus und mitreißenden Sounds, in den Delay sich und sein Publikum treibt – mit soulig-funkigen Improvisationen über dem Riff von „Are You Gonna Go My Way“ von Lenny Kravitz etwa, in das er sein Freeze-Game einbaut, oder mit dem „Pump-Up-Medley“, das „Remmidemmi (Yippie Yippie Yeah)“ von Deichkind als Basis hat.

Am Ende ist nicht nur das Publikum begeistert. „Geiler Ort, geiler Auftritt, geiles Publikum“, sagt Delay, bedauert, dass es selten so schön ist, und legt deshalb mit „Eule“ und „St. Paul“ noch mal  eine Viertelstunde seiner unwiderstehlichen Symbiose aus …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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