Jubel in Wien und in Salzburg: Igor Levit ging an Grenzen

Kultur

Pianist Igor Levit mit Beethoven in Wien und mit Ronald Stevenson in Salzburg (Von Susanne Zobl).

Stehende Ovationen im ausverkauften Großen Saal des Wiener Konzerthauses und im vollbelegten Mozarteum bei den Salzburger Festspielen.

Igor Levit ist heute unbestritten einer der gefragtesten Pianisten. Kein Wunder, denn er ist nicht nur Virtuose, er ist ein echter Künstler. Seine Affinität für große Zyklen lässt ihn stets Neues entdecken, egal, ob es um andere Facetten im gängigen Repertoire geht oder um unbekannte Werke.

Das war auch bei seiner Interpretation von Ludwig van Beethovens „Diabelli-Variationen“ in Wien zu erleben. Wie oft hat man diesen Zyklus nicht schon gehört, wie oft hat er ihn selbst schon gespielt. Levit aber ist ein wahrer Künstler, ein Forschungsreisender.

Zupackend

Jede dieser 33 Variationen leuchtete er feinst differenziert aus: Zupackend, burlesk geriet Mozarts „Notte e giorno faticar“, anmutig, transparent erklangen an Bach erinnernde Passagen. Die Zugabe, ein Walzer von Schostakowitsch könnte als idealer Link zum Konzert in Salzburg, zur „Passacaglia on DSCH“ von Ronald Stevenson, verstanden werden. In einer Art musikalischen Zeit- und Weltreise würdigte der schottische Komponist Dmitri Schostakowitsch, dessen Initialen (D, S=Es, C, H) die vier Noten für seine gigantische Komposition vorgaben.

Kompromisslos

Tänze aus vergangenen Jahrhunderten, aus fernen Ländern und ein finaler „Tribute to Bach“ fordern vom Interpreten das Äußerste. Levit gab es, kompromisslos, brillant, aufwühlend. Wahre Klangexzesse entfachte er in wüsten Akkordfolgen und bediente das Klavier auch als Saiteninstrument.

Atemberaubend steigerte er die Spannung in eigentlich monotonen Passagen immer mehr. Da wurde klar, warum dieser Koloss von einer Komposition so selten aufgeführt wird, denn dafür braucht es einen außergewöhnlichen Pianisten, einen echten, wahrhaftigen Musiker wie Igor Levit.

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Info: Am 31. Juli ist Igor Levit im Großen Festspielhaus (beginn: 19 Uhr) mit Werken von Beethoven, Schubert und Prokofjew zu hören.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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