Kiefer Sutherland: „Wir hatten einen destruktiven Lifestyle“

Kultur

Der Schauspieler im Interview über berufliche Herausforderungen – und seine Rolle im Remake von „The Caine Mutiny Court Martial“

Von: Elisabeth Sereda

Für die Babyboomer- und Gen X-Generationen ist Kiefer Sutherland nicht wegzudenken aus der Popkultur. Wir wuchsen mit ihm als jungen Wilden auf, wussten von seinen privaten Problemen und seinem Kampf mit Alkohol und erlebten sein Comeback als TV-Star. Der Sohn von Donald Sutherland schaffte eine ungewöhnliche und heute sehr stabile Karriere.

Als Darsteller und Regisseur könnte sich der Kanadier, der in London aufwuchs, mit seinen 57 Jahren zur Ruhe setzen oder weiterhin qualitativ hochwertige Fernsehserien machen. Aber Sutherland liebt Herausforderungen. „The Caine Mutiny Court Martial“, ein Remake des Klassikers, war so eine. Dass es gleichzeitig der letzte Film des Regisseurs William Friedkin war, ist für ihn bittersüß.

KURIER: Sie sind seit über 40 Jahren Schauspieler. Gibt es noch etwas, was Sie lernen in diesem Job?

Kiefer Sutherland: Absolut. Als ich Anfang 20 war, waren Leute wie Gene Hackman, Robert Duvall und Robert DeNiro unsere Vorbilder. Diese Art von Karriere strebten wir an. DeNiro drehte alle zwei, drei Jahre einen Film. Wir Jungschauspieler dachten, dass das die Norm ist, aber natürlich konnten wir uns das nicht leisten, denn wir waren jung und dumm und hatten einen destruktiven Lifestyle, der uns zum Arbeiten zwang, und zu Filmen, die wir vielleicht besser nicht gemacht hätten. Und dann machte ich „24“, was in Wirklichkeit dasselbe war wie zwölf Filme pro Jahr. Aber das war ein Quantensprung für mich als Schauspieler. Ich drehte jeden Tag und wurde immer besser. Es war wie olympisches Training. Und mir wurde klar, wie blöd diese Idee ist, immer nur auf das perfekte Projekt zu warten und dazwischen Daumen zu drehen. Wenn du der schnellste Läufer sein willst, dann läufst du jeden Tag. Und wenn du dann das Glück hast, mit großartigen Regisseuren zu arbeiten, hast du den Jackpot. Mr. Friedkin war so einer.

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Sie spielen die Rolle von Humphrey Bogart im Originalfilm. Hatten Sie einen Moment der Unsicherheit, mit ihm verglichen zu werden?

Und wie! Bogart ist vielleicht bekannter für „Casablanca“ oder „African Queen“, aber diese Rolle war eine der wichtigsten in seiner Karriere als Charakterdarsteller. Und das Publikum, das unser Remake sieht, kann sich sehr wohl an das Original erinnern. Aber ich wollte unbedingt mit William Friedkin arbeiten, hätte sein Angebot nie ablehnen können.

Der gesamte Film wurde in einer Location gedreht, im Gerichtssaal. Wie wirkt sich das auf Ihr Schauspiel aus?

Sean Penn hat es einmal richtig gesagt. Ich war 17 und hatte zu dem Zeitpunkt schon sehr viel Theater gespielt, und er auch. Wir haben über den Unterschied zwischen Bühne und Film gesprochen. Und Penn verglich das Spielen mit Malen. Er meinte, wenn du auf einer riesengroßen Leinwand malst, dann machst du große, gewaltige Pinselstriche. Wenn die Leinwand viel kleiner ist, dann sind die Pinselstriche subtil und detailliert. Es reicht, die Idee hinter dem Bild anzudeuten. Das ist bei mir sehr stark angekommen. Besonders auch, weil ich in diesem Film nicht einmal den Raum ausnützen kann, ich sitze die ganze Zeit auf einem …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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