Kiesler-Preis geht an Multi-Künstler Theaster Gates

Kultur

Eine der höchstdotierten Auszeichnungen Österreichs für Kunst und Architektur würdigt den spartenübergreifenden Künstler aus Chicago

Er sorgt sich um den Zusammenhalt der Gemeinde, kümmert sich um die Revitalisierung und Reaktivierung von Gebäuden, er widmet sich der Bewahrung Schwarzer Kultur in Amerika, sammelt dafür Alltagsgegenstände und gibt ihnen ihre Geschichte wieder: Theaster Gates ist kein Atelierkünstler, auch kein Architekt und Raumplaner, sondern alles zusammen. Und er steht damit in der Tradition des Avantgardisten Friedrich Kiesler (1890 – 1965), zu dessen Ehren alle zwei Jahre der mit 55.000 Euro dotierte Kiesler-Preis für Architektur und Kunst vergeben wird. Der Preis ist eine der höchstdotierten internationalen Auszeichnungen, die speziell den Schnittbereich der Disziplinen im Blick haben. Er wird im Spätherbst durch Wiens Kulturstadträtin Veronica Kaup-Hasler (SPÖ) verliehen.

Rebuild Foundation

„Gates‘ außergewöhnliche Leistungen lassen sich mühelos mit Friedrich Kieslers künstlerischen Konzepten und seiner experimentellen Haltung in Verbindung bringen, in Richtung der Vereinigung aller Künste mit der gebauten Umwelt und einer sozialen Vorstellung von Raum“, hielt die Jury fest. Mit seiner Rebuild Foundation verschmelze er Kulturgeschichte und Gemeinschaftsbildung, indem er „Ruinen in etwas Neues“ verwandle. Bekanntheit erlangte der in Chicago Geborene mit der Rebuild Foundation, seiner Non-Profit-Organisation, die verlassene Räume und Gebäude im Süden Chicagos zu kulturellen Orten für die Nachbarschaft transformiert.

Seither sind seine Arbeiten in wichtigen internationalen Museen und Ausstellungen präsent wie der documenta13 in Kassel oder der National Gallery of Art Washington DC. In Österreich war sein Schaffen 2016 bereits im Kunsthaus Bregenz zu sehen – dort befasste er sich mit den Möglichkeiten der Bewahrung und Archivierung (schwarzer) Kultur.

  Auf Umwegen zur Kunst – mit einer Wandernadel als Lohn

„Räume und Plattformen, die die Leistung schwarzer Künstler*innen und Designer*innen hervorheben, wurden lange Zeit übersehen. Projekte, die den Menschen ebenso beachten wie die Implikationen einer gebauten Form, verdienen Anerkennung. Ich bin sehr dankbar, Teil dieses beispielhaften Prozesses zu sein, und dankbar, dass das Auswahlkomitee meine Arbeit als einen Teil in der Reihe von herausragenden Persönlichkeiten anerkennt“, reagierte Gates laut einer Aussendung auf die Auszeichnung.

Die Auszeichnung wird abwechselnd alle zwei Jahre von der Republik Österreich und der Stadt Wien in Organisation mit der Österreichischen Friedrich und Lillian Kiesler-Privatstiftung „für herausragende Leistungen im Bereich der Architektur und der Künste, die den experimentellen und innovativen Auffassungen Friedrich Kieslers und seiner Theorie der ‚correlated arts’“ entsprechen„, vergeben. Bedingt durch die Coronapandemie wurde die Ermittlung des Preises vom Vorjahr auf heuer verschoben. Bisherige Preisträger waren Frank O. Gehry (1998), Judith Barry (2000), Cedric Price (2002), Asymptote Architecture / Hani Rashid + Lise Anne Couture (2004), Olafur Eliasson (2006), Toyo Ito (2008), Heimo Zobernig (2010), Andrea Zittel (2012), Bruce Nauman (2014), Andrés Jaque (2016) und Yona Friedman (2018).

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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