Leo & Gutsch: Ein fast leeres Nest

Kultur

Ich möchte mich beschweren, über meine geliebte Heimatstadt Berlin. Keine Angst, ich werde mich weder zur Parksituation in der Kreuzberger Bergmannstraße, noch zum Stand der deutschen Einheit, noch zur Lage in den Bürgerämtern, noch zu den nervigen, stark tätowierten, nichtdeutsch-sprechenden Kellnern äußern. Selbst den Fakt, dass in meinem Viertel wieder mal drei Geschäfte eröffnet haben, die an meinen Bedürfnissen völlig vorbeigehen (ein Moped-Sharing-Service-Store, eine Praxis für Lebenscoaching und ein Laden, an dessen Fensterscheibe steht: „Gerechtigkeit ist nur ein anderes Wort für Ungerechtigkeit“) werde ich hier nicht weiter erörtern. Obwohl ich eigentlich Lust dazu hätte.

Nein, was mich wirklich bewegt, mich traurig und müde macht, ist der Umstand, dass Berlin mir meine Kinder wegnimmt, mir meine Familie zerreißt, mich zu einem einsamen, gebrochenen Menschen macht. Wie das passieren konnte, möchten Sie wissen? Nun, es hat mit dem Numerus Clausus zu tun, diesem verdammten Notenschnitt, den ein Abiturient vorweisen muss, um in bestimmten Studienfächern an bestimmten Universitäten Aufnahme zu finden. In Berlin hat sich dieser NC in den letzten Jahren in fast allen Studienfächern in kaum mehr erreichbare Höhen aufgeschwungen. Warum? Weil mittlerweile auch noch der letzte westfälische, hessische oder saarländische Provinz-Streber unbedingt in der Hauptstadt studieren will.

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Source:: Berliner Zeitung – Kultur

      

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