„Life’s a Party“: AUT of ORDA machen sich über Benko & Co lustig

Kultur

Paul Pizzera, Christopher Seiler und Daniel Fellner üben in ihrem neuen Song starke Kritik an den Superreichen. Ein Hedonismus zelebrierender Wahnsinn.

Die SIGNA-Pleite ließ niemanden kalt, erregte die Gemüter – auch in der Promiwelt. So ließ es sich Paul Pizzera (Musiker, Autor, Podcaster) nicht nehmen, eine SIGNA-Fußmatte zu ersteigern. Wie viel er dafür hinblättern musste, das bleibt allerdings sein Geheimnis. 

Das war im Februar. Jetzt, knapp vier Monate danach, ist klar, was man ohnehin bereits vermutet hat: Der 35-jährige Steirer war nicht (nur?) aus privatem Interesse am Fußabstreifer interessiert, sondern vor allem aus künstlerischen Gründen.

Heute, am 7. Juni, erscheint nämlich die neue Single von Pizzeras Supergroup AUT of ORDA (gemeinsam mit Christopher Seiler und Daniel Fellner) namens „Life’s a Party“, dazugehöriges Video inklusive. Welches Requisit darin zu sehen ist, können Sie sich, liebe Leserinnen und Leser, wahrscheinlich denken. 

Gesellschaftskritik im Ohrwurm-Gewand

Der Titel des Ohrwurms klingt nach Sommersound, Clubkracher, Urlaubsuntermalung und bisschen auch nach Ballermann. 

„Life’s a Party“ lässt sich aber, wie so vieles bei AUT of ORDA, nur schwer einordnen, ist vor allem aber eines: eine bitterböse, messerscharfe und pointierte Kritik an den Reichen und Superreichen des Landes, eine – man darf es ruhig sagen, es passt zur Thematik und dem frech-ehrlichen Mundwerk der drei Musiker – teils derbe Verarschung von René Benko und Co. Namentlich bekommen (neben Benko) auch Thomas Schmid, Gaston Glock und Andreas Gabalier ihr Fett ab. 

Möchte man die neue Single, die unter AUT of ORDA-Fans bereits seit Längerem zu den Songfavoriten des Albums „Das Empörium schlägt zurück“ zählt, erzwungen tiefgründig analysieren, wäre der Track wohl ein im doppelten Wortsinne musikalisches Spiel der Identitäten, das den Hedonismus zelebrierenden Wahnsinn subtil mit der Schwere des Seins verkoppelt und dabei den Anspruch erhebt, auf unterhaltsame Weise in kuriose menschliche Abgründe blickt. 

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Aber wieso unbedingt zur (Selbst-)Reflexion bitten, wenn man auch einfach nur Spaß haben und das Leben in vollen Zügen genießen kann?

Screenshot YouTube

AUT of ORDA im neuen Musikvideo „Life’s a Party“

Pizzera & Co als Hautevolee am Wörthersee

Darum geht’s schließlich auch in „Life’s a Party“ und das dazugehörige Video schafft es, diese Message in passende, gegen jegliche Ecken und Kanten anstoßende Bilder einzufangen. Pizzera, Seiler und Fellner als Teil einer von sich selbst sehr überzeugten Hautevolee, die macht, weil sie kann. Grenzen sind schließlich nur etwas für die gesellschaftliche Mittel- und Unterschicht. Beschränkungen, die legt man sich nur selbst auf – und wenn doch nicht, wird diese ärgerliche Fremdeinwirkung einfach weggekauft. 

Freilich, diese Sicht auf die „Superreichen“ mag vereinfacht und klischeehaft sein. Aber wie war das noch gleich mit Klischees, ihren Ursprüngen und so? Zur zeitgeistigen „Eat the Rich“-Stimmung, die sich in der Bevölkerung schon seit Längerem breitmacht, passt der Song zumindest punktgenau. Die Masse wird jubeln. Andere werden den Kopf schütteln. Sprechen werden alle darüber. Und nachdenken. Mission accomplished. Popkultur als in Alarmrot blinkender Spiegel der Gesellschaft.

Screenshot YouTube

Pizzera und Fellner im neuen Musikvideo „Life’s a Party“

Mutprobe für die Radiosender

Mit „Mi amor“ (zwei Referenzen darauf lassen sich auch im „Life’s a Party“-Video finden) landete AUT of ORDA 2023 bereits einen Sommerhit, Ende des Jahres legten …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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