Lockdown in Kritik: Pfeile gegen Corona „dürfen nicht stumpf werden“

Kultur

Die aktuelle „Im Zentrum“-Debatte bildete deutliche Kritik an den Corona-Maßnahmen ab.

*Disclaimer: Das TV-Tagebuch ist eine streng subjektive Zusammenfassung des TV-Abends.*

Rund vierzig Ausgaben der Diskussionssendung „Im Zentrum“ gab es seit dem Beginn der Corona-Krise in Österreich- nur rund zehn Mal ging es darin nicht um die Pandemie und ihre Herausforderungen.

Und ähnlich wie der Gesundheitsminister alle zwei Wochen – jetzt aber wirklich – die Entscheidung ankündigt, so gibt es auch bei den Sendungstiteln gewisse Wiederholungen. „Zwischen Virologie und Psychologie – Ist der Lockdown bis Ostern gerechtfertigt?“ lautete er diesen Sonntag. Bereits am 17. Jänner hieß es: „Viruslast und Dauerfrust – Ausnahmezustand bis Ostern?“ Oder: „Existenzkampf und Überlastung – Wie hoch ist der Preis der Krise?“ (24. Jänner) „Geschlossene Gesellschaft – Hilft nur der totale Lockdown?“ (15. November).

Zumeist waren die vom ORF geladenen Experten Lockdown-Befürworter. Auf die Seite der Corona-Skeptiker stellte sich überhaupt nur ein Politiker: FPÖ-Klubchef Herbert Kickl (am 10. Jänner).

Vergangenen Sonntag war wieder eine reine Expertenrunde am Werk. Das Meinungsbild war diesmal aber auffallend kritisch.

Kritik an Angst-Politik

Geladen war etwa der Psychologe und Neurowissenschafter Manuel Schabus, von der Universität Salzburg. Er wurde bekannt, weil er zuletzt in Fernsehsendungen Studienergebnisse verkündete, wonach die Gefahr, bei einer Corona-Infektion auf einer Intensivstation zu landen, um das bis zu 56-fache überschätzt werde. Diese Betrachtung lässt allerdings außer Acht, dass die Überbewertung offenbar auch nicht davor schützt, die Corona-Maßnahmen zu wenig ernst zu nehmen.

Kilian Albrecht wurde als ÖSV-Slalomläufer bekannt, wenngleich nicht berühmt. Derzeit managt er US-Ski-Ass Mikaela Shiffrin und sorgt sich um die Volksgesundheit. Aber nicht so sehr wegen einer möglichen Überlastung des Gesundheitssystems. Den aktuellen Lockdown hält er „absolut nicht mehr für gerechtfertigt“. Er glaube, „dass die Leute einfach nicht mehr mitmachen.“ Weil die Zahlen nicht mehr so hoch seien wie noch im November und weil die 7-Tages-Inzidenz nicht „in Relation gesetzt wird mit der Testerei.“ 

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Er versteht nicht, warum man zum Beispiel nicht Tennis spielen darf, kritisiert die Vorbehalte gegen das Skifahren, plädiert für mehr Bewegung.

„Die Leute lechzen danach“, stieß Schabus ins selbe Horn. Er ist über die Schlafforschung zur Coronathematik gekommen. Das Ergebnis seiner Studie: Die Leute schlafen in einem Lockdown zwar länger, aber sie schlafen nicht so gut. Das liege an der Angst. Und es sei „sehr viel Angst gemacht worden“. Eine Angst, die noch viele Menschenleben kosten werde, befürchtet der Forscher, ohne genauer darauf einzugehen.

Kritik von virologischer Seite

Der Epidemiologe Gerald Gartlehner wurde in der Corona-Pandemie sehr bekannt, zuletzt auch als Kritiker der Lockerungen. Spätestens Mitte März sei daher ein weiterer harter Lockdown zu befürchten, sagte er unter anderem. Bei „Im Zentrum“ erneuerte er als Mitglied der Corona-Ampel-Kommission auch seine Kritik, dass die Politik zu wenig evidenzbasiert vorgehe. „Ein großes Versäumnis der Regierung ist, dass die Maßnahmen, die gesetzt wurden, also sowohl die Lockdowns als auch die Öffnungen, nie wirklich evaluiert wurden und keine Daten erhoben wurde.“

Man wisse daher überhaupt nicht, wie das Infektionsrisiko in Museen oder in der Gastronomie sei.  Dadurch entstehe ein Handeln, dass noch immer auf Versuch und Irrtum beruhe. Mit mehr an Wissen könnte man präzisere Entscheidungen treffen, sagt Gartlehner.

Generaldirektorin

Katharina Reich, seit …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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