Martina Ebm: „Mir bricht diese Situation das Herz“

Kultur

ServusTV. Der erste „Meiberger“-Spielfilm bringt die Premiere von Martina Ebm als Kommissarin. Die Josefstadt-Schauspielerin über den Dreh, das Theater und Corona

Ein hochkarätiges Schauspiel-Ensemble bittet im ersten „Meiberger“-Spielfilm nach drei Serien-Staffeln zu einem „mörderischen Klassentreffen“ (20.15, ServusTV). Das bringt neben einem Wiedersehen der Ex-Schulkollegen auch einen Toten, den verhassten wie berühmt gewordenen Martin Mars (Philipp Hochmair).  Gerichtspsychologe Meiberger (Fritz Karl) findet sich in einer ungewohnten Rolle wieder – er zählt für die neue, schräge Kommissarin Anna Doppler (Martina Ebm) zum Kreis der Verdächtigen.

KURIER: Ihre Figur der Kommissarin Doppler hat in dem ersten Langfilm von „Meiberger“ ihren Premieren-Auftritt. Was hat Sie an dieser Figur interessiert?
Martina Ebm:  Die Doppler ist ein komplexer Charakter, nicht ganz einfach zu fassen, das macht sie für mich als Schauspielerin interessant. Ich habe mich in diese Rolle schon beim Casting verliebt. Sie ist eine chaotische, aufgeräumte, in sich aber ruhende, lakonisch wirkende Frau. Als ich das Drehbuch das erste Mal gelesen habe, hat sie mich an einen weiblichen Columbo erinnert. Bei ihren Auftritten nimmt sie sich ihren Raum und schützt den auch – in dem Fall mit Energie und Kerze –, gleichzeitig bleibt sie undurchschaubar.  Mir gefällt auch, damit verbunden, wie sie die Tätersuche anlegt und die Befragungen durchführt. Diese Figur ist spannend und hat Potenzial für eine weitere Entwicklung und damit auch für weitere Filme, wenn es die geben sollte.

Ihre Kommissarin kommt ziemlich verhuscht herüber, man ist sich aber nicht sicher, was davon „echt“ ist und was Mittel zum Zweck?
(lacht) Naja, Doppler ist als Ermittlerin mit einem Mord konfrontiert. Das heißt, sie ist gezwungen, sich eine Strategie zurechtzulegen, um den Täter oder die Täterin zu finden. Sich nur hinzustellen und nach dem Mörder zu fragen, wäre ja ziemlich dümmlich. Zu irritieren ist da schon eher erfolgversprechend. Dazu kommt, dass sie in einem männerdominierten Beruf unterwegs. Das erklärt auch ihr toughes Auftreten. Sie hat gelernt bzw. lernen müssen, mit Nachdruck Dinge einzufordern.

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Das tut Doppler nicht nur gegenüber Verdächtigen sondern auch gegenüber Kollegen. Etwas wenn sie von Ganslinger, der sie für ein bisserl „besonders“ hält, Loyalität einfordert.
Ich frage mich gerade, ob Ganslinger so auch über einen männlichen Kollegen reden und an ihm zweifeln würde – das hat sie wohl schon öfter erlebt, stelle ich mir vor, und da muss sie sich eben durchsetzen, um ernst genommen zu werden in ihrem Metier und das tut sie.

Man hatte wegen der Pandemie das Drehbuch umarbeiten müssen. Wie hat Ihnen dieses Klassentreffen-Setting behagt?  
Ich habe das Drehen in diesem Schloss wirklich gemocht. Ich bin bei Dreharbeiten gern in einem vertrauten Umfeld, das hilft mir und das war hier absolut gegeben, weil es auch nicht ständige Ortswechsel gegeben hat. So etwas ist für mich wichtig, weil ich mich geschützt fühle. Den Corona-Schutz-Vorgaben entsprechend wurden wir jeden Tag getestet, geimpft waren wir da auch schon, es war Sommer und die Zahlen viel niedriger als heute. Ich brauche das, dass ich den Leuten, mit denen ich arbeite, vertrauen kann, erst recht in Zeiten wie diesen. Es war wirklich ein angenehmes Arbeiten.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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