Nachruft auf Wiglaf Droste: Musiker, Schriftsteller und feinsinniger Rabauke

Kultur

Wiglaf Droste sprach erstaunlich langsam, bedächtig, als ich ihm das erste Mal gegenübersaß. Das war 2002, an einem warmen Sommertag. Ein berufliches Treffen, wir wollten einen neue Kolumne miteinander besprechen, es sollte um die Rezension von Hörspielen gehen. Ein Kollege hatte mir den Tipp gegeben, ich solle doch mal den Wiglaf fragen, das sei seine große Leidenschaft.

Und tatsächlich, ich traf einen großen Schwärmer, feinsinnig, ja zärtlich, und einschüchternd kenntnisreich sprach er über diese alte, originäre Kunstform des Radios, über ihre große Zeit nach dem Kriege bis in die 60er-Jahre hinein, über ihre verschiedenen Formen, die Abgrenzung zum Hörbuch und, mit leicht klagender Melancholie, dass heute immer weniger Hörspiele über die Sender gingen.

Robuster Schlagabtausch

Ich kam aus dem Staunen nicht heraus. Ein Glücksfall. Die Frankfurter Rundschau, für die ich damals arbeitete, hatte ihren Hörspiel-Kolumnisten gefunden! Wer hätte das gedacht: Wiglaf Droste war uns bis dahin vor allem als satirischer Polemiker, als pfeilschneller und -scharfer, als robuster, im verbalen Schlagabtausch so schmerz- wie angstfreier Kommentator der Zeitläufte aufgefallen.

Meine Güte, allein diese Geschichte, da war er gerade Redakteur bei der Tageszeitung taz geworden: Im März 1988 hatte er mit einigen – weiblichen wie männlichen – Kollegen…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

      

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