Namaste in Indien: Breakdance-Finale in Mumbai

Kultur

Breakdance-Weltfinale in Indien: In einem Filmstudio gibt es derzeit komplexe Tanzmoves,

Am Samstag steigt das Breakdance-Weltfinale in der Stadt, in der Hupen niemals schweigen. Namaste in Mumbai.

In den Film-Produktionshallen der Famous Studios bekommt man vom Alltag in Mumbai nichts mit. Soll man auch nicht, denn in diesem alten Fabriksgebäude werden im Normalfall Kulissen aufgebaut, die u. a. der Bollywood-Traumindustrie als Spielstätte dienen. Störende Geräusche von außen sind also unerwünscht. Und somit ist hier auch nichts von der Blechlawine zu hören, die sich 24 Stunden, sieben Tage die Woche, mit Dauergehupe durch die urbane Asphaltwüste staut (für 500 Meter braucht man mit dem Auto oft eine halbe Stunde). Was für eine angenehme Abwechslung.

Die Famous Studios bilden seit Donnerstag einerseits das Headquarter des BC One Camps, das zahlreiche Breakdance-Workshops anbietet. Andererseits werden hier zahlreiche Wettkämpfe ausgetragen.

Am Donnerstagabend lieferten sich rund 50 der weltbesten Breakdancer einen Kampf auf höchstem Niveau. Es ist jedes Mal wieder beeindruckend, wie spielerisch, leichtfüßig und akrobatisch die B-Boys und -Girls über die kreisrunde Bühne tänzeln.

Aliasgar Bharmal/Red Bull Content Pool

Bei den Workshops war einiges los.

Drehmoment
In der sich aus der Hip-Hop-Szene entwickelnden Tanzform geht es um Street-Credibility, um Körperkunst – frei von Grenzen der Herkunft, des Geschlechts oder des Alters. Egal, wo auf der Welt man hinkommt, die Breakdance-Community steht für Toleranz und Offenheit, spricht ihre eigene Sprache. Gehässigkeiten, Drohungen und körperliche Übergriffe werden hier nicht geduldet.

Dennoch ist Breakdance immer auch eines: Sport. Beim Breakdance geht es von Kopf bis zum Fuß um Körperbeherrschung; um Schwung, den richtigen Dreh­moment, Körperspannung und – ganz wichtig – Style. Man macht nicht nur einfach einen Handstand, sondern einen auf einer Hand und mit Stil. Die meisten Breakdancer haben dabei noch ein kleines Lächeln für den Gegner, die Juroren und die Zuseher übrig.

Letztere sind am Donnerstagabend auch zahlreich in die Famous Studios gekommen. Es ging beim so genannten „Last Chance Cypher“ um die letzten Plätze für das 16. Finale des von Red Bull ins Leben gerufenen Bewerbs, der zum ersten Mal am Indischen Subkontinent ausgetragen wird. Auf diese letzte Möglichkeit fürs Finale haben 30 B-Boys und 23 B-Girls aus allen Teilen der Welt lange Zeit hingearbeitet.

„Meine Routine besteht darin, jeden Tag zwei Stunden zu üben, aber zur Vorbereitung auf den ,Last Chance Cypher‘ habe ich bis zu vier Stunden am Tag trainiert“, sagte B-Boy Tornado im Vorfeld der Ausscheidung. Breakdance hat für den in einem Slum in Mumbai aufgewachsenen B-Boy eine enorme Bedeutung – das Tanzen hat sein Leben zum Positiven verändert. Dass so ein Aufstieg möglich ist, ermutigt auch andere Teenager aus armen Verhältnissen: Vom Slum auf die Bühne – mit hartem Training und dem nötigen Willen scheint es möglich zu sein.

Dean Treml/Red Bull Content Pool

B-Girl Estrella aus Venezuela schaffte es trotz toller Haltung nichts ins Finale.

Sich dieses Breakdance-Spektakel live anzusehen, bleibt aber oft nur der Oberschicht Indiens vorbehalten. Die Karte fürs Finale am Samstag kostet nämlich 2734 Indische Rupien plus 766 Indische Rupien Steuern (das ist eine 28-prozentige (!) Besteuerung). Das macht in Summe 3500 Indische Rupien (umgerechnet rund 45 Euro). Ein einfacher …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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