Neues Album von Charli XCX: Ein wilder Ritt über die Tanzfläche

Kultur

Die britische Sängerin Charli XCX liefert mit ihrem neuen Album „Brat“ Pop für jene Menschen, die Raves lieben.

So klingt die Zukunft des Pop. Zumindest sagte man das vor einigen Jahren über die britische Musikerin Charli XCX, die mittlerweile längst in der Oberliga des internationalen Musikbusiness angekommen ist. Und das, obwohl die 31-jährige Sängerin, abgesehen von ein paar prestigeträchtigen Flirts mit dem Mainstream, auch als Pop-Verweigerin durchgehen könnte. Denn zu sprunghaft sind ihre Launen, zu wenig radiotauglich und oft zu experimentell sind ihre Veröffentlichungen. Aber vielleicht ist ja genau das die Zukunft des Pop!?

Allerorts bekannt ist Charli XCX seit ihrem 2022 vorgelegten Album „Crash“, das mit einer Vielzahl an Radio- wie clubtauglichen Songs ausgestattet ist, Liedern, die bei einer von der Freiheitlichen Jugend initiierten Volkskanzler-Disco ebenso funktionieren wie auf einer Regenbogenparade.

Naschlade

Mit ihrem soeben vorgelegten Album „Brat“ verabschiedet sich die aus Cambridge stammende Sängerin aber erst mal wieder von einem Sound, der als massentauglich durchgehen würde. Es geht in den 15 Songs nämlich verstärkt in Richtung Techno und House, wie er in den 90er-Jahren in Detroit bzw. Chicago produziert wurde. 

Die Beats sind schnell, weniger geradlinig, es gibt fiese Claps, zuckende Hi-Hats und kratzige Synthesizer. Ein bisschen aus der Reihe tanzt „360“, eine wesentlich konsenstauglichere Nummer, mit der das Album auch eröffnet wird. Die danach folgenden „Club Classics“ und „Sympathy is a knife“ sind mit 140 Beats pro Minute ein wilder Ritt über die Tanzfläche – nichts für ungeübte Ohren. Dieses Tempo hält Charli XCX mit zwei, drei Ausnahmen (berührend etwa „So I“) bis zur Schlussnummer „365“ locker durch.

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Für die Produktion wurden u. a. mit Hudson Mohawke und Gesaffelstein zwei in der Dance-Szene sehr angesagte Produzenten verpflichtet. Aber Charli XCX geht es nicht nur um die Verpackung, sondern auch um den Inhalt: Einige Songs sind messerscharfe Alltagsbeobachtungen – direkt aus dem Leben einer 31-Jährigen, die ständig auf irgendwelche Partys eingeladen ist, Champagner schlürft und Drogen nascht. Aber irgendwann ist jede Sause vorbei. Dann beginnen die Selbstzweifel, Unsicherheiten – der Blues. Und das wird auf der Platte ebenfalls thematisiert: „Girl, it’s so confusing sometimes to be a girl …“.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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