Plácido Domingo: Opernsänger kämpft mit dem Vorwurf sexueller Übergriffe

Kultur

Ich erkenne allerdings, dass die Regeln und Standards, an denen wir heute gemessen werden, ganz andere sind als in der Vergangenheit.“ – Will sagen: Der Kollegin einfach unter das T-Shirt oder den Rock greifen, ungefragt die Zunge in ihren Mund stecken, mit nächtlichen Anrufkaskaden um Beischlaf bitten – das sind heute keine Kavaliersdelikte mehr.

Acht anoyme Vorwürfe und ein namentlicher

Der große Opernsänger Plácido Domingo ist irritiert. Auf den einen namhaften und die acht anonymen Vorwürfe, er habe in den 80er-Jahren Frauen sexuell belästigt und ihre Karrieren ausgebremst, wenn sie ihm nicht zu Willen waren, antwortete er einigermaßen eierig: „Die Anschuldigungen, die bis zu dreißig Jahre zurückliegen, sind zutiefst beunruhigend und – so wie sie dargestellt werden – unzutreffend. Ich habe geglaubt, dass all meine Handlungen und Beziehungen immer gewünscht und einvernehmlich waren.“ Und dann kommt das mit den neuen Standards und Regeln.

Trauriges Ende

Falsch ist das ja nicht. Auch die Praxis, Männer erst Jahrzehnte später wegen ihrer sexuellen Fehlhandlungen und Gewalttätigkeiten anzugreifen, gehört zu diesen neuen Regeln und Standards. Ebenso die bedenkliche Wirkung dieser Angriffe, die vor jeder rechtskräftigen Verurteilung die Existenzen der Angegriffenen zerstören. Domingo ist prompt als Dirigent vom Philadelphia Orchestra ausgeladen worden, an der Oper von San Francisco soll er vorerst nicht mehr singen, das Opernhaus in Los Angeles, das er leitet, kündigt eine Untersuchung an.

Beispiellose Karriere

Dass die beispiellose Karriere des 78-Jährigen nach 4 000 Auftritten in 150 verschiedenen Rollen, nach legendären und klassischen Opernaufnahmen ein solches Ende nimmt, ist traurig – egal, ob er das „verdient“ oder nicht. Die Salzburger Festspiele immerhin…Lesen Sie den ganzen Artikel bei berliner-zeitung …read more

Source:: Berliner Zeitung – Kultur

      

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