Pussy Riot: Können weder in Russland noch in der Ukraine auftreten

Kultur

Diana Burkot tritt heute bei der Eröffnung der Wiener Festwochen auf. Die Pussy-Riot-Aktivistin über das Leben im Exil und den Kampf gegen Putin.

Als 2012 drei Frauen in bunten Sturmhauben in der Christ-Erlöser-Kathedrale in Moskau ihr „Punk-Gebet“ vollführten, gingen die Bilder vom Protest gegen die Allianz von Kirche und Kreml um die Welt. Diese Protest-Ästhetik setzen die Wiener Festwochen dieses Jahr zentral ein. Bei der offiziellen Eröffnung heute auf dem Rathausplatz (ab 21.20 Uhr auch live auf ORF 2) sind Pussy Riot Teil des besonders politaktivistisch geprägten Line-Ups. Diana Burkot, die heute mit Gastmusikern auftreten wird, kann so wie die meisten ihrer Kolleginnen nicht mehr in Russland leben. Sie sieht sich dennoch als „wirklich privilegierte Person. Weil ich Musik machen und reisen kann.“

 

ORF/Günther Pichlkostner

Diana Burkot: Seit fast zwei Jahren im Exil

Aktivismus in Russland ist für Pussy Riot praktisch nicht mehr möglich, „weil wir diesen großen Namen haben“, sagt Burkot. „Trotzdem gibt es noch welche, die in Russland weiterhin jede Woche im Untergrund kämpfen.“ Unter großer Gefahr, erst kürzlich wurde ein Sprecher der Band in Abwesenheit zu acht Monaten Haft verurteilt.

Auch Solidaritätsauftritte in der Ukraine sind derzeit nicht möglich, erzählt die Sängerin, „weil das ukrainische Volk nicht wirklich mit Russen zu tun haben will. Mir ist völlig klar, warum das so ist. Es ist unser Land, das diesen Krieg in der Ukraine begonnen hat. Man kann nur erahnen, was sie fühlen und wann sie bereit sein werden, wieder zu kommunizieren. Natürlich werden wir sie weiterhin unterstützen.“ 

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Über Forderungen nach Friedensgesprächen mit Putin sagt sie: „Ich denke, die Ukraine sollte entscheiden – und das ukrainische Volk.“

Sturmhauben als Symbol

Dass die Wiener Festwochen die Sturmhauben von Pussy Riot verwenden, findet sie gut. „Warum nicht? Am Anfang war die Balaclava für uns ein Mittel, um anonym zu bleiben, weil das das Konzept der Band war. Aber dann wurde sie irgendwie zu einem Symbol für Demokratie, Meinungsfreiheit und Aktivismus. Eigentlich ist es eine große Ehre.“ 

Burkot freut sich auch deshalb in Wien zu sein, weil es die Heimat des Wiener Aktionismus ist. Das habe sie „wirklich stark“ inspiriert, bereits auf der Kunstschule in Moskau. „Sie hatten damals bereits alle Tools und Strategien entwickelt“, die für Pussy Riot wichtig sind.

Klassiker bei Eröffnung

Heute wird sie mit Gastmusikern drei Klassiker aufführen, darunter auch „Virgin Mary, Put Putin Away”, das Lied aus dem berühmten Kirchenauftritt. Wichtig ist ihr auch das Lied „Death To Prison, Freedom To Protest“. Es sei dsa Lied für die erste Aktion von Pussy Riot im Jahr 2011 gewesen, als es Massenproteste in Moskau gab. Man spielte auf dem Dach einer Garage für Inhaftierte wie Alexej Nawalny. „Nach Nawalnys Tod wurde dieses Lied noch wichtiger für uns. Um zu sagen, dass wir uns an ihn erinnern und dass wir sein Leben, das er für das Ideal der Freiheit geopfert hat, wirklich respektieren.“

Sie selbst führe seit ihrer Flucht vor fast zwei Jahren ein Leben aus dem Koffer. „Lange Zeit dachte ich, dass ich bald nach Russland zurückkehren werde. Es ist schwierig, in dieser Stimmung …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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