Rampensau seit Kindheitstagen: Ester Grafs Weg zum „Happy Worstday“

Kultur

Die österreichische Singer-Songwriterin, gerade einmal 25 Jahre alt, spricht über ihren Werdegang: von Musicals zu Bibelstoffen – und zu reifen Liedern

Im September 2023 wurde Esther Graf 25 Jahre alt. Ein Geburtstag, den die in Österreich geborene Musikerin als „Happy Worstday“, als „fröhlichen schlimmsten Tag“, bezeichnet: Ihm hat sie auf ihrem Debüt-Album einen gleichnamigen Song gewidmet. „In diesem geht um meine Angst vorm Älterwerden, die gerade am 25. Geburtstag aufkam“, erzählt sie im Gespräch mit dem KURIER.

„Denn mit 25 hast du jeden Bonus verloren, jugendlich zu sein. Mir kamen deshalb Gedanken wie: ,Schaffe ich alles, was ich mir vorgenommen habe? Bin ich auf dem richtigen Weg? Umgebe ich mich mit den richtigen Menschen?‘ Und natürlich schwingt mit, dass Älterwerden Veränderung bedeutet. Dass man Menschen verliert und Dinge anders sind als früher.“

Song über Trauer

Esther Graf, die seit einigen Jahren in Berlin lebt, hat „Happy Worstday“ auch zum Titel ihres eben erschienenen Debüt-Albums gemacht. Drauf mischt sie Gitarren-Pop mit Einflüssen aus Hip-Hop und R&B. Mit „Taube“ ist auch eine Ballade drauf, die mit Gedanken über den Tod und die Sterblichkeit an den Titelsong anknüpft.

„Ich habe vor einem Jahr meinen Opa und einen Onkel verloren, der unerwartet in jungen Jahren gestorben ist“, erzählt Esther Graf. „Das hat mich Schlag auf Schlag getroffen. Und weil ich in meiner Musik sehr ehrlich bin, wollte ich diesen Song über Trauer schreiben. Es war das erste Mal, dass ich so hautnah mit dem Tod konfrontiert war, und es war verrückt, was das mit mir gemacht hat.“

  Neues von Chris Haring bei ImPulsTanz: Wenn Liebe in Hass kippt

Was ihr in dieser Zeit Halt gegeben hat, ist ihr starker Glaube. Der kommt in dem Song aber nur am Rande vor: „Ich möchte niemandem meinen Glauben aufdrängen. Aber er ist die Quelle, aus der ich meine Kraft tanke. In Bezug auf die Trauer fand ich es passend, das in meine Musik einfließen zu lassen. Aber ich habe es so formuliert, dass jeder, der den Abschied von geliebten Menschen verarbeiten muss, sich mit dem Song identifizieren kann.“

Annika Yanura

Die Verbindung von Musik und Glaube begann bei Esther Graf schon in der Kindheit. Sie hatte mit fünf Jahren ihren ersten Auftritt. Da erkannte die Mama, „dass ich eine kleine Rampensau bin“, und Esther trat dann in den Kindermusicals auf, die ihre Mama schrieb.

„Das waren zumeist Bibelgeschichten, aber auch Märchen. Mama hat mich aber auch darüber hinaus immer gefördert. Ich war im Schulchor, in einem Gospelchor, habe Klavier gelernt und war in der musikalischen Früherziehung.“

In der Oberstufe ging sie auf das auf Musik spezialisierte BORG in Bad Gastein. „Anfangs war es nicht leicht. Ich war nur mehr an den Wochenenden zu Hause – und während der Woche in einem Heim für Schüler in Bad Gastein. Mit 13 oder 14 auszuziehen, ist schon sehr früh. Ich musste schnell lernen, selbstständig zu sein, weil das ein klassisches BORG und kein Internat ist und wir zum Beispiel selbst kochen mussten. Aber ich fand es toll, von Leuten umgeben zu sein, die die Musik so liebten wie ich.“

Song gegen Einsamkeit

Kooperationen mit Kollegen stehen deshalb heute noch hoch im …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

(Visited 1 times, 1 visits today)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.