Riccardo Simonettis neue TV-Show: Unterhaltung, die Steine aus dem Weg räumen soll

Kultur

Entertainer Riccardo Simonetti präsentiert „Salon Simonetti“ (ab Donnerstag, ARD). Zum Auftakt zu Gast sind Thomas Hermans und Alex Mariah Peter.

Als schwuler Bub vom Land hätte er eine Sendung wie diese gerne im Fernsehen gesehen, sagt Riccardo Simonetti in der ersten Ausgabe von „Salon Simonetti“. Nun präsentiert er ein solches Format selbst. Ab Donnerstag (0.30 Uhr) ist seine TV-Show in der ARD zu sehen (der WDR zeigt die Sendung immer freitags ab 23.30 Uhr). Darin lädt der deutsche Entertainer mit italienischen Wurzeln prominente Gäste zum Talk. Dabei soll „Haltung auf Unterhaltung“ treffen, Diversität im Mittelpunkt stehen. Zum Auftakt dabei sind „Quatsch-Comedy-Club“-Erfinder Thomas Hermans und Alex Mariah Peter, die als erste Trans-Frau bei „Germany’s Next Topmodel“ gewann. Sie sprechen mit Gastgeber Simonetti über die Suche nach dem Ich.

Simonetti ist ein gefragtes Gesicht in der deutschen Fernsehwelt. Bekannt wurde der 29-Jährige als Modeblogger, mittlerweile ist er regelmäßig im TV zu sehen – etwa als Co-Moderator im „ZDF-Fernsehgarten“ oder im ProSieben-Format „Wer stiehlt mir die Show?“. Simonetti hat mehrere Bücher geschrieben, darunter das Kinderbuch „Raffi und sein pinkes Tutu“ und gemeinsam mit seiner Mutter „Mama, ich bin schwul“. Er gründete einen Verein, um benachteiligte Gruppen zu unterstützen, und war LGBTQ*-Sonderbotschafter des Europäischen Parlaments.

Nicht immer standen ihm die Türen offen, gerade am Anfang seiner Karriere: Da habe man ihm bei Castings gesagt, dass er zwar Talent fürs Fernsehen habe, erinnert sich Simonetti in seiner Show. Dann hieß es jedoch oft, „wir glauben, unser Publikum ist noch nicht so weit, einen schwulen Mann, der aussieht wie du, in einer familienfreundlichen Sendung zu sehen.“

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WDR/Lennart SpeerUnterschätztes Publikum

Ein Argument, bei dem Simonettis Gast Thomas Hermans immer das Gefühl gehabt habe, „dass die, die das sagen, hinter der Gesellschaft zurückhängen“. Das Publikum sei schon viel weiter, es werde ihm aber nicht so viel zugetraut.

Schade, dass für diese Gespräche mit 0.30 Uhr eine äußerst späte Sendezeit gewählt wurde. Dass es eine Show wie „Salon Simonetti“ mit zwei queeren Gästen in der ersten Folge im deutschen Fernsehen braucht, steht für den Moderator außer Frage. „Ich würde mir eigentlich auch wünschen, nur Entertainer sein zu können. Ich würde mir wünschen, eine Sendung zu machen, die mich einfach nur zum Lachen bringt“, so Simonetti zur dpa. Aber in diesen Zeiten, im Jahr 2022, sei das nicht so einfach. Er könne nicht nur Entertainer sein, er müsse auch „gesellschaftliche Themen in den Fokus rücken, um Steine aus dem Weg zu räumen“. Nach wie vor werde er mit Anfeindungen konfrontiert – es sei „ein ewiger Kampf“.

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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