Robert Finster: „Ich habe lieber mit Menschen zu tun“

Kultur

Der „Freud“-Darsteller im Gespräch über den neuen Netflix-Thriller „Prey“, die österreichische Sprache und warum er auf Social Media verzichtet.

Es sollte ein unaufgeregter Junggesellenabschied mit Freunden im Wald werden – ein bisschen Kajak fahren, ein bisschen durchs Laub spazieren. Als das Quintett zurück zum Auto will, fallen plötzlich Schüsse. Zunächst glauben die Männer noch an einen Irrtum eines Jägers, doch bald ist klar, dass jemand gezielt auf sie schießt.

Eine Verfolgungsjagd quer durch den Wald beginnt, die nun im deutschen Thriller „Prey“ auf Netflix zu sehen ist. In den Hauptrollen: David Kross, Hanno Koffler und der österreichische Schauspieler Robert Finster als Peter.

Der wahre Hauptdarsteller, erzählt Finster im Gespräch mit dem KURIER, sei jedoch der Wald: „Wir haben in der Sächsischen Schweiz in diesem unfassbaren Laubwald gedreht, wo die Blätter im Herbst alle Farben spielen. Ich war in meiner Kindheit und Jugend viel im Wald in der Steiermark. Aber das war das erste Mal, dass ich so lange im Laub tollen konnte. Wir haben bei uns ja lauter Nadelwälder.“

Die Dreharbeiten hätten etwas von Intervalltraining gehabt: „Wir mussten eine halbe Minute laufen, dann steht man, spürt den Schweiß auf der Stirn, gleichzeitig ist es kalt. Dann wieder laufen. Dieses Hin und Her war ein bisschen unangenehm, aber da kommt man schon durch.“

Fremdsprache Deutsch

Finster, der 1984 in der Steiermark geboren wurde und in Wien am Max-Reinhardt-Seminar studiert hat, dürfte vielen als junger Sigmund Freud bekannt sein: In der Netflix/ORF-Koproduktion „Freud“ verkörperte er – mit schwarzem Vollbart ausgestattet – den Begründer der Psychoanalyse. „Ich kann dem Marvin Kren (Regisseur der Serie, Anm.) nur dankbar sein. Über ,Freud‘ ist so eine Aufmerksamkeit entstanden und dadurch, dass die Serie auf Netflix global ausgestrahlt wurde, haben sich auch die Angebote verändert“, so Finster. „Leider ist wenig aus Österreich dabei. Ich hätte große Lust, wieder mehr hier zu arbeiten – auch wegen dieser ersten lebenden Fremdsprache Deutsch.“

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Bei „Prey“ habe er das Glück gehabt, „dass meine Figur keine Familienbande mit einer anderen Figur bedienen musste, daher durfte ich auch ins eigene Idiom fallen, wenn Peter wütend wurde oder ihm etwas nahegegangen ist. Aber grundsätzlich ist es natürlich reizvoll, die Sprachpalette, die man kann, auch zu bedienen. Und das österreichische Idiom ist eigentlich meine Sprache.“

Gutes Zeichen

Dass „Freud“ gemischte Reaktionen hervorgerufen hat, hat Finster kein Kopfzerbrechen bereitet: „Etwas, das allen gefällt – ist das gut? Wenn etwas polarisiert und es Menschen gibt, die sagen ,Das ist super‘ und andere, die meinen ,Das ist der letzte Dreck‘ – dann ist das doch ein Zeichen dafür, dass es mit den Menschen, die sich’s angesehen haben, etwas macht. Und das ist dann doch eigentlich was Gutes“, sagt Finster, der bewusst auf soziale Netzwerke verzichtet.

„Ich denke in letzter Zeit vermehrt darüber nach, weil ich das Gefühl habe, dass das auch ein gutes Instrument ist, um die Sachen, die gerade passieren, ankündigen zu können und auch greifbar zu sein.“ Dass durch die Pandemie vieles ins Virtuelle gerückt ist, sieht er jedoch kritisch: „Die Vereinsamung wird dadurch, glaube ich, nicht weniger und die soziale Inkompetenz auch nicht. Das ist …read more

Source:: Kurier.at – Kultur

      

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