Schostakowitschs virtuoser Trotz und prächtige Klanggemälde von Sibelius

Kultur

Die Wiener Philharmoniker mit dem Star-Cellisten Gautier Capuçon und dem Dirigenten Andris Nelsons im Musikverein

Von Susanne Zobl

Trotzige Rhythmen im Staccato, der Bogen hüpft über die Saiten wie in einem frohsinnigen Trotz, der Dialog mit dem Orchester ist eröffnet. Dmitri Schostakowitschs 1. Cellokonzert in Es-Dur gibt den Auftakt zum Konzert der Wiener Philharmoniker mit Andris Nelsons am Pult und Gautier Capuçon als Solisten.

Das Werk passt wie ein Mosaikstein in das mit „Courage“ überschriebene Festival im Wiener Musikverein. Denn der Komponist hat darin seinen Protest gegen den Diktator Stalin, von dem er sich zurecht verfolgt gefühlt hatte, zur Musik werden lassen. Capuçon spielt seine Virtuosität aus, setzt pointierte Akzente, agiert in absoluter Harmonie mit dem Orchester. Fulminant die Soli von Trompete und Flöte im Duett mit dem Cello.

Das Horn-Solo im langsamen Satz berührt, verstörend schön lässt Capuçon sein Instrument mit einem leichten Anflug von Melancholie eine zarte Weise anstimmen, atemberaubend gerät die Kadenz. Zum Schwelgen lädt die Zugabe, ein von ihm selbst arrangiertes Stück von Schostakowitsch, das er mit den philharmonischen Cellisten aufführt. Warum die zweite Symphonie in D-Dur von Jean Sibelius so selten auf den Konzertprogrammen zu finden ist, fragt man sich nach Nelsons fesselnder Interpretation. Musikalische Miniaturen, purste Sinnlichkeit und ein famoses Spiel von Klangfarben, bei dem die Wiener Philharmoniker ihre musikalische Exzellenz ausspielen. Jubel.

KURIER-Wertung: 5 von 5 Sternen

 

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Source:: Kurier.at – Kultur

      

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